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Published on Januar 31st, 2019 | by Heiny Volkart

Autofahren im Winter macht Spass

Autofahren im Winter macht Spass

Manche Leute verfallen in Schreckstarre, kaum dass eine Schneeflocke vom Himmel fällt. Wer sich aber rechtzeitig auf die veränderten Strassenverhältnisse einstellt, dem macht Autofahren im Winter durchaus Spass.

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In einer langsamen Autokolonne vorwärts zu kriechen und im Stau zu stehen, macht schon keinen Spass. Aber warum gibt es mehr Stau, warum wird im Winter mehr gekrochen und geschlichen auf der Strasse?

Es gibt halt diejenigen, die zwar Geld für ein Auto hatten, dann aber die paar Hundert Franken für gute Winterreifen auszugeben scheuen. In der kälteren Jahreszeit, man sagt, von O bis O, von Oktober bis Ostern, ist man mit Winterreifen auch auf trockener Strasse im Vorteil. Auf Eis und Schnee sind Sommerreifen alles andere als ideal. Ausser der Gefährdung von sich und allen andern Verkehrsteilnehmern halten die Sommerreifen-Fahrer mit der unpassenden Bereifung zwangsläufig alle andern auf. Die grosse Mehrheit der Zu-langsam-Fahrer sind aber die, die glauben, nicht mehr anhalten zu können, aus der Kurve zu fliegen, sich nichts zutrauen, weil sie’s nie gelernt haben.

Zum Teil sind diese Ängste berechtigt, denn wir haben uns an ABS und ESP, Spurhalter und ähnliche Assistenzsysteme gewöhnt und verschenken den Sicherheitsgewinn, den diese Systeme bieten, durch zu kurze Abstände zum vor uns fahrenden Auto. Wenn man aber den beim Fahrlehrer gelernten korrekten Sicherheitsabstand einhält, riskiert man zwar, dass einem ab und zu einer in die Lücke zum Vordermann hineindrückt, man ist aber mit Abstand mehrheitlich auf der sicheren Seite, wenn’s vor einem mal stockt und man – auch brüsk – bremsen muss.

Und wie macht man das? Das lernt man ja nicht in der Fahrschule. Genau, man belegt einen Kurs, einen Fahrsicherheitskurs. Die gibt’s nicht nur für den Sommer, sondern auch für das Autofahren im Winter. Solche Fahrtrainings werden heutzutage von den meisten grösseren Automarken für deren Kunden, aber auch von markenneutralen Anbietern (TCS z.B.) angeboten. In den allermeisten Fällen geht es in diesen Kursen um mehr Sicherheit, zu erfahren, dass man auf Eis und Schnee nicht hilflos ist, sondern durchaus beherzt auf die Bremse treten kann und soll, wann ein Auto davonrutscht und was man dann machen kann oder muss und vieles mehr. Man wird gefordert, aber nie überfordert. Und der Spass kommt auch nicht zu kurz. Darum sind diese lehrreichen Kurse für alle und jedermann sehr zu empfehlen.

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Klirrend kalt ist es in Thomatal am frühen Morgen.

Natürlich kosten solche Kurse etwas. Sie finden zudem irgendwo statt, wo es sicher Schnee und Eis hat, in den Bergen, in der Höhe, was oft auch eine Auswärtsübernachtung bedingt. Aber die paar Hundert Franken, die dann so ein Kurs unter dem Strich kostet, sind immer noch wesentlich günstiger als der Schaden am Auto oder gar an einem angefahrenen Fussgänger. Die Ausrede «ich habe nichts machen können», ist nämlich meistens falsch.

Es gibt übrigens Leute – und es sind oft nicht die schlechtesten Autofahrer – die jedes oder fast jedes Jahr einen Winterfahrkurs belegen, mit dem eigenen Auto oder einem Kurs-Auto, einfach so, zur Wiederauffrischung.

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Auch Zündung.ch hat schon des öftern an Winterfahrkursen teilgenommen, in Samedan, in Les Diablerets, in Gstaad/Saanen, auch mal in Schweden (das ist dann etwas ganz Besonderes). Dieser Tage stand – auf Einladung von OPEL Suisse – ein zweitägiges «Opel EXPERIENCE Winterfahrtraining» in Österreich auf dem Programm. Während 12 Tagen nahmen Gruppen aus ganz Europa an den Trainings teil. Aus der Schweiz beispielsweise die Opel-Händler und deren Verkaufsverantwortliche des Importeurs. Zwei Tage später nahmen zusammen mit den Schweizer Motorjournalisten auch gleich grosse Gruppen aus Österreich und aus Italien teil.

Auf dem Trainingsgelände in Thomatal, auf 1‘050 Metern Höhe gelegen, so grob zwischen Salzburg und Villach, standen Fahrübungen mit Opel Insignia auf dem Programm. Die 210- und 260PS-Benziner und Diesel, mit dem innovativen Torque Vectoring – Allradantrieb, mit dem durch Knopfdruck verstellbaren Fahrwerk (Tour, Normal, Sport) boten nicht nur bequeme Fortbewegung dank dem hervorragenden Gestühl (GSi sogar mit Schalensitzen), sondern auch kräftige Beschleunigung und hervorragende Bremsen.

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Die Übungen im Kurzdurchlauf

Der erste Kurstag war ein Kursabend. Es war bereits stockdunkel, als Jörg Schrott, Direktor Opel Motorsport & Opel Experience, die Teilnehmer aus Italien, Österreich und der Schweiz begrüsste und den Schedule, den Ablauf, erklärte.

Dann ging es an die Autos, alles Insignias, Limousinen und Kombi, meist GSi, um ein paar Übungen zu fahren.

Ein Klassiker ist, in allen Kursen, Bremsen und Ausweichen. Man geht davon aus, dass zum Beispiel von rechts kommend ein Auto nicht mehr rechtzeitig halten kann oder ein Kind auf die Strasse springt. Das soll man jetzt nicht einfach überfahren («ich han nüt meh chöne mache») oder einfach bremsend ins andere Auto fahren, sondern bremsen, nach links ausweichen und nach dem Hindernis sofort, vor dem Gegenverkehr, wieder nach rechts auf die eigene Fahrbahn fahren. Stark bremsen, schnell lenken (links, rechts, links) und anhalten. Das erste Mal ist man noch etwas schüchtern, fährt langsam und es klappt alles sehr gut, dann wird man etwas frecher (schneller), der Instruktor stellt aber die Pylonen etwas enger und schon muss man stark arbeiten am Lenkrad. Die Übung hilft, zu erkennen, dass man in so einer Situation durchaus etwas machen kann und man lernt, was geht und was nicht mehr geht.

Das spätere Fahren auf der recht eisigen Piste geschah dann noch etwas zaghaft. Die Piste werde aber über Nacht wieder präpariert, sodass die Teilnehmer am nächsten Tag dann wieder optimale Bedingungen (Grip) hätten.

Später gab es dann noch Gelegenheit, als Beifahrer mit einem der Experten driftend um die Ecken des Snow-and-Ice-Tracks zu fahren, was nicht nur auf den nächsten Tag einstimmte, sondern dank des Matrix-Lichts des Insignias in der dunklen Nacht auch optisch viel hergab.

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Auch die Übungen am nächsten Tag waren auf mehr Sicherheit angelegt, indem man erfuhr, was ging und was nicht. Doch wurde es jetzt etwas sportlicher und dank längeren Stints (eine Stunde) konnte man sich auch viel mehr an die Limiten herantasten, respektive das Fahren auf Schnee und Eis viel mehr geniessen.

Die Schweizer Gruppe begann mit «Drift Performance». Mit manueller Schaltung statt Automatik und ausgeschalteter Traction Control oder ESP ganz ausgeschaltet gelang jedem das Driften. Und auch wenn man das im Alltag nicht braucht, machte es doch sehr viel Spass. Man lernte dabei aber die Beherrschung des Fahrzeuges und das Spüren im «Popometer», was das Auto macht oder machen wird. Etwas mehr lenken, etwas Gas, …

Für die Schweizer ging es weiter mit «Handling Ice Race Track». Der Kurs, teilweise etwas holprig wegen des Eises unter der dünnen Schneeschicht, enthielt enge und weite Kurven, die man aber nach Hunderten Durchfahrten des durchschimmernden Eises wegen sorgfältiger fahren musste als die engen Kurven. Immerhin konnte man trotz Schikanen um die 80 Km/h erreichen, bevor man die folgende enge 180°-Kurve dann nur nach starkem Abbremsen schadlos durchfahren konnte. Da auch dafür eine Stunde zur Verfügung stand, kam jeder genügend, ja völlig genügend, zum Fahren.

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Vor dem Mittagessen bestand noch die Möglichkeit, mit dem Rallye-Adam zu trainieren für das Rennen vom Nachmittag. Da ging es jetzt um Sport und Spass und weniger um das Erlernen von sicherem Fahren auf Schnee. Das Cup-Auto (Klasse R2) hat einen 1600er Saugmotor mit 190 PS und 190 Nm Drehmoment, sequenzielles 5-Ganggetriebe, Fly-off-Handbremse, Vorderradantrieb, kein ABS, kein ESP, nichts dergleichen. Ein echter Rennwagen. Die beiden Fahrzeuge, die zur Verfügung standen, wurden von einer grossen Crew von Opel Motorsport betreut. Für grössere oder etwas festere Herren war schon das Einsteigen mit Überklettern des Gitterrohrrahmens eine Herausforderung. Auf dem Beifahrersitz sass immer ein Experte, der auf Wunsch gerne die Handbremse betätigte, denn Kurven umfuhr man am besten mit Hilfe der Fly-off-Handbremse.

Selbstverständlich stand auch ein mit vier Schneeketten ausgerüsteter Abschlepp-Insignia zur Verfügung, der für den Zündung-ch – Reporter tatsächlich auch zum Einsatz kam, nachdem der Adam auf der Kurveninnenseite in den Tiefschnee geriet und aus eigener Kraft trotz Spikesreifen nicht mehr herauskam.

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Nach dem Mittagessen (beste Qualität, grosse Auswahl, freundlicher Service!) ging es dann los mit den Rennen. Die Schweizer Gruppe wurde aufgeteilt, 3 mit den Italienern, 3 mit den Österreichern. Es war wegen des Windes bissig kalt für die Zuschauer. Gefahren wurde jeweils eine Runde. Der Schnellere kam eine Runde weiter, der Langsamere schied aus. Dann fuhren die Gewinner gegeneinander, der Sieger kam wieder eine Runde weiter, bis am Schluss ein Finalist feststand: Ein Schweizer!

Während diese Gruppe dann wieder auf die andere Seite des Geländes ging, wo wieder mit Insignias ein Rundkurs auf eisigem Schneekurs gefahren werden konnte, erkor die zweite Gruppe ebenfalls ihren Finalisten. Auch hier ein Schweizer.

Im kleinen Final fuhr dann ein Italiener gegen einen Schweizer. Der Italiener gewann den dritten Schlussrang. Im Final fuhren zwei Schweizer gegeneinander. Am Schluss gingen also die Ränge 1, 2 und 4 an die Schweiz. Von fünf effektiv Teilnehmenden ein hervorragendes Resultat.

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Alle Teilnehmer erhielten ein Zertifikat, auf dem es u.a. hiess, «Mit den heute gemeisterten Übungen haben Sie Ihr Fahrkönnen auf Eis und Schnee auf die nächste Stufe gehoben und einen aktiven Beitrag für mehr Sicherheit im Strassenverkehr geleistet!»

Und um genau das geht es ja in allen Winterfahrtrainings. Ob markenbezogen, mit dem eigenen oder einem andern Auto: Die Teilnahme sei allen Autofahrern herzlich empfohlen.

Herzlichen Dank an Opel für die Möglichkeit, an diesem Fahrtraining teilzunehmen.

Heiny Volkart, VOLKARTpress, 24./25. Januar 2019

 


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