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Der Unübersehbare

Published on August 14th, 2011 | by zuendung

Der Unübersehbare

Leuchtend orange steht er da. Man kann nicht nicht hinsehen. Versuche, den Sportage zu verstecken sind alle gescheitert. Selbst durch den dichtesten Wald schimmert sein Farbton! Mit dem „schreienden“ Äusseren durfte sich Kia-Designer Peter Schreyer im doppelten Sinn ausleben. Der TT- und New Beetle-Vater verpackt seit 2006 die Technik aus Korea in europäisch anmutende Blechkleider und macht Kia damit salonfähig. Mit C’eed und Co. trifft er den Massengeschmack, und mit dem Sportage wird sein Name Programm. Uns gefällt es so.

Bei anderen stösst der Kia auf Gegenwind. 2011 entscheiden sich die meisten Wagenbesitzer noch immer für Silber, Grau und Schwarz. Trotz aller Individualisierung scheinen bunte Töne nicht zu ziehen. Der Trend für Mutige: Weiss. Man munkelt jedoch, Rot sei im Kommen. Unser glänzender Orangeton scheint Vorurteile zu verstärken: „Sieht billig aus, was da wohl unter dem Blech steckt?!“ Nennt man den Befragten den Preis von gut 44'000 Franken, finden das viele ziemlich hochgestochen. Eine Fahrt im Sportage überrascht jedoch unsere „Testcrew“. Der Schlüssel bleibt in der Hosentasche, ein Druck auf den Startknopf wirft den Motor an. Sein Arbeitsprinzip nach Rudolf Diesel verheimlicht er nicht, er bleibt aber angenehm leise. Per Sechsgangautomatik legt sich die 184 PS-Maschine souverän ins Zeug und reagiert umgehend auf Pedalbefehle. Spätestens beim ersten Ampelstart sind die Befragten begeistert. Allgemein schätzen sie, wie selbstverständlich und mühelos sich der kleine Allradwagen bewegen lässt.

Es gibt nicht viele Knöpfe, obwohl reichlich bequeme Dinge wie Sitzheizung (auch für die hinteren Sitze!), Tempomat oder zwei grosse Glasdächer verbaut sind. Das iPhone koppelt auf Anhieb mit der Freisprech- und Musikanlage. Navigationssystem, Radio und weitere Funktionen bedient man über den zentralen Touchscreen. Beim Rückwärtsfahren zeigt der grosszügige Bildschirm, was einen hinter dem Wagen erwartet: Eine Farbkamera in der Heckklappe weist dem Fahrer mit eingeblendeten Hilfslinien den „Rückweg“. Das ist nötig, weil die Sicht nach hinten nicht gerade grosszügig ist.

Bleibt das Gaspedal durchgedrückt, schnellt der Sportage nach 9,8 Sekunden an der Hundertermarke vorüber. 392 Newtonmeter ab 1800 U/min mögen die 1787kg gut bewegen. Den Zweilitermotor haben die Koreaner selbst entwickelt und mit modernsten Zutaten (z. B. Common Rail Einspritzung, Partikelfilter) gewürzt. An der Tanksäule ist der Kia wenig aggressiv: Die Werksangaben von 7,2 Litern auf 100km scheinen uns jedoch auch bei zurückhaltendem Dahingleiten ein wenig optimistisch. Auf Kurzstrecken mit Zwischensprints springen die Werte nahe an die 8 Liter-Marke. Kurven geht der Sportage sportlich an: Die leichtgängige Lenkung meldet zwar wenig über die Strassenbeschaffenheit, doch neigt sich der Aufbau kaum zur Seite. Die einzeln geführten Räder rundum tragen wesentlich zum sportlichen und doch komfortablen Fahrgefühl bei. Beim EURO NCAP gab es zudem volle fünf Sterne für die Fahrzeugsicherheit.

Für den Status „Geländewagen“ wäre etwas Weiterbildung nötig, kommen die Sommerreifen bei der Fahrt ins Grüne doch schnell an die Haftungsgrenze. Ein Untersetzungsgetriebe ist – wie bei anderen seiner Klasse – nicht vorhanden. Der von den 4×4-Profis Magna Powertrain (ehemals Steyr) in Österreich entwickelte permanente Allradantrieb läuft jedoch tadellos, keine Verwindungen, keine Geräusche. Beim Bergabfahren hilft eine Land Rover-ähnliche Elektronik, die Geschwindigkeit konstant zu halten.

Wie von Kia gewohnt ist auch der Sportage ein „ich geh mal schnell…“-Auto, eine Art Problemlosmaschine. Kia unterstreicht diesen Anspruch mit der Werksgarantie von sieben Jahren (bis 150’000km). Ein Autoleben lang Garantie, das ist eine richtungsweisende Ansage. Wenn man der orangefarbenen Maschine unters Blech schaut, spricht die Verarbeitungsqualität dieselbe Sprache.
Der Sportage bringt mit seinem ungewöhnlichen Kleid – auch in anderen Farben als Orange – Farbe in den automobilen Alltag. Ab 33'950 Franken kann man den Kia als Classic, Trend oder in der von uns getesteten Variante Style haben. Auf der Aufpreisliste stehen sympathisch wenig Positionen: Navi, Panoramaglasdach, Smart Key, Privacy Verglasung und Metallic-Lackierung.


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