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Eindrückliche Erscheinung

Published on September 3rd, 2012 | by zuendung

Eindrückliche Erscheinung

Peugeot 508 RXH 2.0 HDi Hybrid4

Eindrückliche Erscheinung

Als zweites Modell nach dem weltweit ersten Diesel-Hybriden 3008 HYbrid4 hat Peugeot aus dem Peugeot 508 Break einen äusserlich beeindruckenden Allroader kreiert, den 508 RXH.

Der Fahrbericht des 3008 Hybriden (April/Mai 12) war nicht nur positiv, einiges am 3008 gefiel uns weniger und enttäuschte sogar. Obwohl Antrieb und Getriebe des 508 RXH praktisch identisch sind mit dem 3008 Hybrid4, wollten wir auch den 508 RXH ausführlich fahren und feststellen, wo die Unterschiede zwischen den beiden technisch identischen, äusserlich aber völlig unterschiedlichen Fahrzeugen sind.

Technik
Repetieren wir kurz die angewandte Technik: Peugeot fand, dass die Verbindung eines sparsamen Dieselmotors mit einem Elektromotor tiefere Werte ergeben müsste als die bisher übliche Benzin/Elektro-Kombination. Gesagt, aber – technisch – nicht so einfach getan. Der bekannte 2-Liter-Diesel leistet 163 PS (120 kW) und treibt die Vorderachse an. Ein hinten eingebauter 37 PS (27 kW) starker Elektromotor treibt die Hinterachse an. Ergibt einen Allradler mit 200 PS Leistung. Die 300 Nm des Diesels und die 200 Nm des Elektromotors sorgen für angemessene Beschleunigung. Durch Elektromotor und Batterien ist das Fahrzeug nämlich nicht leichter geworden. Der 508 RXH wiegt leer stattliche 1‘897 Kg. Nur 428 Kg dürfen zugeladen werden, das Gesamtgewicht beträgt 2‘325 Kg.

Äusseres
Der 508 RXH ist gut 4.82 m lang,1.525 m hoch und über die Spiegel 2.07 m breit. Er ist damit rund einen halben Meter länger, aber 10 cm niedriger als das Pummelchen 3008 Hybrid. Der Auftritt ist damit, wie im Prospekt vermerkt, «beeindruckend».
Gegenüber normalen 508 Kombis hat man dem RXH eine andere Frontoptik verpasst und seitlich je drei senkrechte LED-Tagleuchten angebracht, «in Krallenoptik», wie Peugeot das nennt. Damit kommen jetzt nicht mehr nur Audis in „Ich-bin-wichtig»-Manier daher. Mit zum Auffälligsten am RXH gehören die schwarzen Kunststoff-Radläufe, besonders auffällig bei hellen Wagenfarben. Am dunkelgrauen und schwarzen Auto verhelfen sie dem sonst recht fein gezeichneten 508 zum markanten, ja bulligen Auftritt. Zwar hat diesen Look vor Jahren schon eine andere Marke erfunden, aber er verleitet auch heute noch Leute dazu, sich mit so einem Look eine Art Freiheit, Offroader-Feeling, zu kaufen. «Dynamischer All-Roader» nennt Peugeot das.

Ausstattung
Darüber, dass der RXH über ABS, ESP, ASR und 6 Airbags verfügt, muss man keine Worte mehr verlieren. Auch in Sachen Komfort ist der RXH sehr gut ausgestattet. So gehören diverse Ausstattungspakete, die in andern 508 Breaks zugekauft werden können/müssen, bereits zum Serienumfang. Dazu 2-Zonen-Klimaautomatik, WIP-Nav, 18“-Felgen, Bi-Xenon, Einparkhilfe, und vieles mehr.
Zwar fehlen auch im 508 RXH die schon im 3008 vermissten modernen elektronischen Assistenten (Abstand, Notbrems, Spurhalte, Licht, Totwinkel, …), hingegen hat man etwas bei Peugeot sonst immer Vermisstes eingebaut, nämlich ein brauchbares Keyless-System. Die Türen können nicht nur vorne schlüssellos geöffnet werden, sondern auch an den Hintertüren. Will man also Tasche, Mappe, Schirm oder was auch immer auf den Hintersitzen ablegen, muss man nicht erst die Fronttüre anfassen, um dann eine Hintertür öffnen zu können, nein, es geht direkt. Toll! Auch abschliessen lässt sich der RXH sowohl an den Vorder- wie den Hintertüren schlüssellos. Echt gut.
Zum Starten des Motors ist auch kein Schlüssel notwendig, man behält das recht gross geratene Kästchen in der Tasche. Dass der „Start Engine“-Knopf porschemässig ganz links aussen ist, daran gewöhnt man sich schnell.

Im Gegensatz zu Kombis ähnlicher Aussengrösse ist die Aufpreisliste beim RXH überschaubar und umfasst nur noch wenige Positionen, das meiste ist halt eh schon serienmässig mit drin. Freut.
Unser Testwagen verfügte als Optionen über das Pack Leder, schwarz lackierte Bremssättel, Metallic-Lackierung, Keyless Entry / -Start und die JBL-HiFi-Anlage. Alles zusammen für gerade mal 4‘450 Franken. Günstig.

Laderaum
Die Hecktüre öffnet standesgemäss elektrisch. Und schliesst sich auch wieder durch Knopfdruck. Haben wir bei andern 508 Breaks auch schon vermisst. Echt gut gemacht diesmal.
Etwas weniger überzeugend ist der Laderaum. Zwar schön gestaltet, die Fondsitze lassen sich per Knopfdruck ablegen, toll, es ergibt sich eine ebene Ladefläche, toll, die Laderaumabdeckung ist ein «Gelödel», nicht toll, die Farben, die Materialien, alles gut. Aber irgendwo muss die Technik für den Elektromotor halt auch hin und so ist der Laderaum dieses über 4.80 langen Kombis dann nur noch 423 Liter gross, resp. 1‘439 Liter bei abgelegten Fondsitzen. Für das Familiengepäck einer kleinen Familie reicht das, verbunden mit den nur 428 Kg Zuladung ist das für professionellen Einsatz an der unteren Grenze. Praktisch ist das Kleinzeugfach unter dem Ladeboden.

Die Preise
59‘900 Franken verlangt Peugeot für diesen aussergewöhnlichen und technisch supermodernen Hybrid-Kombi. Mit den oben erwähnten CHF 4‘450 für Zubehör (wovon 2‘000 allein für Ledersitze, mit Massagefunktion, Memory und elektrischer Verstellung) stehen dann 64‘350 Franken an. Ein stolzer Preis zwar, doch angesichts der Ausstattung und im Vergleich mit Mitbewerbern ein durchaus akzeptabler Wert. Wenn man dann noch feststellen muss, dass Peugeot-Garagen viele dieser 508 RXH neu (mit 49 km, mit 100 Km und als Neueinlösung) bereits mit 20% Einschlag inserieren (August 2012), dann sind das noch einmal 12‘000 bis 13‘000 Franken weniger und dann fängt ja erst das Verhandeln an! Ein Nettopreis von unter 50‘000 Franken für ein Auto dieser Grösse, 200 PS und viel Ausstattung, das freut.

Theorie und PraxisFahrbericht
Der Hauptgrund, warum jemand so einen Hybriden anschafft, ist ja wohl, Alltagstauglichkeit, Reichweite, eine angemessene Motorisierung und gute Ausstattung nicht mit übermässigem Treibstoffverbrauch büssen zu müssen. Für den 508 RXH nennt Peugeot einen Stadtverbrauch von 4.0 Litern, ausserstädtisch sollen es 4.2 Liter sein und gesamt 4.1 Liter. Das entspricht 107 g/Km CO2. Da lacht das Herz, resp. das Portemonnaie. Aber leider hat der NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) wenig mit der Realität gemein. Die 4.1 Liter Gesamtverbrauch dürften so, wie bei fast allen Autos, nur unter speziellen Bedingungen zu erreichen sein. Zum Effektivverbrauch später mehr.

Steigen wir ein. Der 508 RXH möchte alles genau so haben, wie die Techniker sich das ausgedacht haben: Fussbremse drücken und dann Startknopf betätigen und erst wenn im Display steht, das Hybridsystem sei aktiv, den Schalthebel auf R oder A stellen und wegfahren (die Parkbremse löst sich dann selbständig). Wer das alles etwas zu schnell macht, riskiert, dass der 508 RXH den Dienst verweigert, ja sogar zu „sirenen“ anfängt, aber sicher nicht wegfährt. Es heisst dann, sozusagen einen Reset zu machen, also noch einmal auf N, am Startknopf das System ausschalten und von vorn beginnen, schön eins nach dem andern.
Aber wenn er dann soweit ist, setzt sich der 508 RXH in Bewegung, bei kaltem Motor in der Regel per Diesel. Sich frühmorgens still und leise, sprich elektrisch, aus dem Quartier zu schleichen, gelingt selten bis nie.

An einem Drehrad, das normalerweise (und sinnvollerweise) auf AUTO steht, was bedeutet, dass der RXH selber entscheidet, wann und für wie lange er per Diesel oder elektrisch fährt, kann auch die Kraft beider Motoren (163 + 37 = 200) genutzt werden (SPORT). Dann bringt er auch die beste Beschleunigung (von 0 auf 100 in 8,8 Sekunden).
Wenn der Schnee langsam ansetzt und Gefahr besteht, stecken zu bleiben, dreht man auf 4WD, sodass man einen Allradler hat. Will man eine kurze Strecke innerorts oder in einem Parkhaus rein elektrisch fahren, dreht man auf ZEV (Zero Emission Vehicle). Das Problem dabei ist, dass der RXH trotzdem selber entscheidet, ob er das auch will. Wenig Power in der Batterie, viel Druck aufs Gas, noch nicht genügend warmgefahrener Diesel, …. und bräämm, der Diesel läuft trotzdem. Ein Leisetreter ist der Dieselmotor nämlich nicht.

Das automatisierte Schaltgetriebe schaltet auch im 508 RXH des öftern unwillig, erst spät, nicht ganz so passagierunfreundlich wie im 3008 HYbrid4, ist aber weit entfernt von den Leistungen und dem Komfort der DSG der Mitbewerber oder von «richtigen» Automaten.

Eine Grafik im grossen Display zeigt die Verbräuche der jeweils letzten 5 Minuten an. Das können innerorts 2 Liter sein, 3 oder 4 Liter, toll!, leider aber auch 10 Liter, nicht toll. Wer an einem heissen Tag in einer Kolonne vor einer Ampel wartet, resp. immer mal wieder eine Wagenlänge vorziehen kann, geniesst zwar vorerst die Ruhe, dank Stopp/Start-System. Aber da ja die Klimaanlage eingeschaltet ist, läuft bald der Diesel an, lädt die Batterie, stellt nach ein paar Sekunden wieder ab, läuft wieder an, .. Nervig. Nervig auch die Blicke von Passanten auf dem Trottoir, oder von Fahrern in der Kolonne daneben, die einen für einen Trottel halten, dabei fährt (oder steht in diesem Fall) man doch das modernste und umweltfreundlichste Auto. Ächz.

Sehr sparsam fährt der RXH im langsamen, aber stetigen Stadtverkehr. Nur wenig Gas und immer wieder Schubphasen, in denen die Batterie dank (recht starker) Rekuperation auch geladen wird.
Kommt man dann an die Stadtgrenze oder die Stadtautobahn und kann 80 fahren, ist es leider vorbei mit lautlosem Fahren, ab 60 Km/h, angezeigt vielleicht etwa 70, läuft nur und ausschliesslich der Diesel und Batterie und Elektromotor sind in diesem Fall nur Ballast. Da liegen 4 Liter auf 100 Km etc. in weiter Ferne.

Kurz: Realverbräuche über alles gesehen von 6 Litern sind zu erwarten, auf sparsamen Stadtfahrten auch mal weniger. Unsere Testphase fand in der heissesten Sommerzeit statt (über 30°). Da sind bei laufender Klimaanlage keine tiefen Verbräuche zu erwarten. Auch die erlebten kilometerlangen Riesenstaus mit Go and Stop-Verkehr mitten in der heissesten Zeit trieben den Verbrauch massiv nach oben. Dass dabei gesamthaft etwas über 7 Liter verbraucht wurden, ist darum relativ. Ein „normales“ Auto hätte wohl wesentlich mehr verbrannt.

Plus / Minus
Der 508 RXH mit der immer noch seltenen Kombination Dieselmotor / Elektromotor ist eine stattliche Erscheinung, der Fahrkomfort ist hoch, der Sitzkomfort gut (Seitenhalt gut, eher eng), die Fahrleistungen völlig ausreichend, im Sportmodus sogar gut. Die Ausstattung ist umfangreich, die Aufpreisliste relativ kurz und die Preise angemessen. Der Preis des Autos kann insofern relativiert werden, als Peugeot-Händler von sich aus das Auto schon mit 20% Rabatt anbieten, sodass der Endpreis dann sogar ein verhältnismässig günstiges Fahrzeug ergibt.

Am wenigsten überzeugt das Getriebe, das spät und nur widerwillig schaltet und einem deswegen auch böse Blicke der Beifahrerin einträgt. Das Fach zwischen den Frontsitzen ist zu weit hinten und öffnet zudem seitlich, sodass es vom Beifahrer zum Beispiel gar nicht verwendet werden kann. Es fehlen sowieso Ablagen für Brille, Blöckli, Schreiber, etc.

Die Batterien sollten eine grössere elektrische Reichweite ergeben und der Hybridmodus auch bei Geschwindigkeiten über 60 km/h noch wirken, mindestens bis Überlandgeschwindigkeit (80 bis 90) . Das zwei oder drei Kilometer elektrische Fahren ist reine Theorie. Selbst wenn man auf ZEV schaltet (dann schaltet sich übrigens auch die Klimaanlage ab), entscheidet der RXH sich oft dazu, trotzdem mit Diesel zu fahren.

Beim Fahren stören die Reflexionen der Grube des Head Up-Display-Scheibchens in der Frontscheibe, generell spiegelt die Oberfläche des Armaturenbrettes. Dass die Heckscheibe im Rückspiegel eher klein erscheint, stellt man tw. leider auch bei andern modernen Kombis fest.

Alles in allem ein sehr innovatives Auto, das sehr gut präsentiert, aber noch Optimierungspotential aufweist. Wer weiss, vielleicht als Plug-in – Hybrid?

Heiny Volkart, VOLKARTpress


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