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Einzigartig

Published on Juni 15th, 2012 | by zuendung

Einzigartig

Der weltweit erste Diesel Plug-in Hybrid kommt von Volvo

Als Volvo vor zwei Jahren die Elektrifizierung seiner Modelle ankündigte, zweifelte noch manch einer. Die Zweifel sind verflogen; die Elektro- und Hybridvolvos sind Tatsache.


Äusserlich unterscheidet sich die Hybrid-Variante nur durch den zweiten "Tank"deckel vorne links (verbirgt die Steckdose zum Laden der Batterien)

Peugeot gebührt die Ehre, zusammen mit der Konzernschwester Citroën, die weltweit ersten Diesel-Hybriden (3008, DS5) anbieten zu können. In der Praxis sind diese innovativen Autos dann aber nur im Stadtverkehr sparsamer als einmotorige Autos und wie mit allen andern Hybriden (mit Benzin- und Elektromotor) kann man auch damit nur so um 2 Km rein elektrisch fahren.
Neben Elektroautos mit Benzinmotor als Range Extender (Opel Ampera, Chevrolet Volt) ist der Plug-in Hybrid die Weiterentwicklung des bisher üblichen Hybridautos. Dieser verfügt über grössere Batterien, die an der Steckdose (Plug-in) wieder aufgeladen werden können.

Während die einen Hersteller jahrelang davon reden, aber keine Termine nennen können, keine Preise wissen und keine Bestellungen entgegennehmen, baut Volvo solche Autos bereits, nimmt seit März Bestellungen entgegen, nennt Preis, Leistung, Ausrüstung und genaue Termine. Und auch wenn die Kundenfahrzeuge erst im kommenden Dezember ausgeliefert werden: Zündung.ch hatte bereits im Februar in Schweden erstmals das Vergnügen, mit dem Volvo V60 Plug-in Hybrid einige Runden auf der Teststrecke des Volvo-Werkes in Göteborg zu drehen.
Jetzt im Juni waren vier dieser Fahrzeuge in der Schweiz und standen Presse und Flottenbesitzern für Testfahrten in und um Zürich zur Verfügung. Weil es sich immer noch um Vorserienfahrzeuge handelt, waren die Autos mit schwedischen Kontrollschildern versehen und wurden von Werksmechanikern begleitet und gepflegt.

Der Produktionsstart rückt also näher, des weltweit ersten Autos, das Dieselmotor und Plug-in – System miteinander verbindet. Wie Johan Rasmusson, der Produktverantwortliche bei Volvo Cars erklärte, ist der V60 Plug-in Hybrid das technisch anspruchsvollste Fahrzeug, das der schwedische Premium-Automobilhersteller je gebaut hat.

Volvo nutzt die Vorteile aller Systeme: Der 2.4 lt.-Diesel mit 215 PS und 440 Nm ab 1‘500 Touren verschafft dem V60 die Power, die von einem Premiumfahrzeug erwartet werden darf. Zusätzlich zum verbrauchsgünstigen Diesel, der die Vorderräder antreibt, ist vor der Hinterachse auch ein 70 PS-Elektromotor eingebaut mit 200 Nm Drehmoment, die an die Hinterachse abgegeben werden.
Batterie: 200 Lithium-Ionen – Zellen, 11,2 kWh, wovon 8 kWh für den Fahrzeugantrieb zur Verfügung stehen. Dies reicht für eine rein elektrisch gefahrene Strecke von um die 50 Km. Die Batterien lassen sich an jeder Steckdose aufladen. Eine spezielle Wallbox braucht’s nicht, die ist gleich im Auto eingebaut. Je nach Art (6, 10 oder 16 Ampère) dauert die Vollladung 3.5, 4.5 oder 7.5 Stunden. Allerdings reichen 45 Minuten Ladung mit 10A bereits für 10 Km elektrische Fahrt.


Im Normalfall stellt sich das System auf HYBRID und entscheidet selbst. Man kann aber gezielt rein elektrisch fahren (PURE) oder die Kraft beider Motoren gleichzeitig nutzen (POWER)

Der Fahrer wählt via Knopfdruck, ob er rein elektrisch fahren will (Pure), ob er die Wahl dem Auto überlässt (Hybrid) oder ob er die volle Kraft beider Motoren braucht (Power). Das Auto verfügt dann über 285 PS und 640 Nm Drehmoment und benötigt nur 6.2 sec. für den Sprint von 0 auf 100. Beeindruckende Fahrleistungen eines Autos, das einen offiziellen (NEDC) Verbrauch von gerade mal 1.9 Lt. Diesel hat, was 49 g CO2 pro Km entspricht.
OK, die 1.9 lt. sind zwar eher theoretisch, aber auch wenn’s die Hälfte mehr wird, sagen wir 3 Liter, dann ist das immer noch sagenhaft wenig für ein Auto mit diesen Fahrleistungen.

Wenn man mal keine Gelegenheit zum Laden der Batterie hat, weil man beispielsweise nach langer Elektrofahrt durch eine Stadt direkt auf die Autobahn fährt, lässt sich die Batterie mittels des Dieselmotors aufladen für eine Strecke von wiederum 20 Km Elektrofahrt. Mehr will Volvo nicht, weil eine Vollladung der Batterie auf diese Art sehr ineffizient sei (Johan Rasmusson).


Auch wer bei Freunden an der Haussteckdose lädt, kann nach 45 Minuten schon wieder 10 Km rein elektrisch fahren (10A).

Volvo garantiert die Batterien nur für 5 Jahre, was eher wenig ist und wegen der Ungewissheit eines allfällig kommenden Batteriewechsels den Restwert unter Umständen stark drückt. Tatsächlich seien im Moment Überlegungen im Gange, die Batteriegarantie sogar auf „lebenslänglich“ zu erhöhen, vernahmen wir im Juni.

Warum ein so starkes Auto? Johan Rasmusson meint dazu: Die Kunden fahren heute einen grossen Lexus Hybrid oder einen 6-Zylinder-Diesel. Sie wollen keine Kompromisse machen, wollen ein starkes Auto, das aber niedrige Schadstoffemissionen und geringen Verbrauch hat.

Fahrplan
Jetzt in 2012 baut Volvo 1‘000 Stück V60 Plug-in Hybrid namens «Pure Limited», die alle haargenau gleich sind, Electric Silver, schwarzes Leder mit blonden Nähten und gleiche Ausrüstung. Volvo Schweiz erhält davon 75 Stück (10 mehr als zum Beispiel ganz Deutschland). Diese wurden innert kürzester Zeit verkauft an die 700 eingeschriebenen Interessenten!
Im November erhält der Importeur seine Vorführwagen und im Dezember werden die Kundenwagen ausgeliefert. Für den Zeitraum 2013 bis 2020 sind dann europaweit jährlich je 4‘000 bis 6‘000 Autos geplant. Dann wird es auch andere Motorisierungen und andere Ausstattungen geben. Und damit etwas tiefere Preise.

Die aktuelle Topversion, 5-Zylinder-Turbodiesel, 215 PS (158 kW), 70 PS-Elektromotor (50 kW), Automat, Leder, und und und ist mit CHF 78‘600 nicht gerade ein Schnäppchen und dürfte ausstattungsbereinigt wohl um die 10‘000 Franken teurer sein als der einmotorige V60.

Wer einen V60 Plug-in Hybrid will und warten muss, dem macht Volvo ein Überbrückungsangebot: Ein topausgestatteter schwarzer V60 Geartronic AWD R-Design kann für 15 Monate geleast (finanziert) werden. Für 10‘000 Km/Jahr zahlt man für das 72‘380 Franken kostende Auto Fr. 835.-/Mt.. Für 15‘000, 20‘000 und 25‘000 Km/Jahr zahlt man 881, 936 und 1‘004 Franken.


Die ersten 1000 produzierten Fahrzeuge PURE LIMTED sind alle identisch. Das Armaturenbrett ist zwar sachlich und nüchtern, die "blonden" Nähte an den schwarzen Ledersitzen gefallen aber gut.

Fahrbericht
Organisierte Fahrten auf Teststrecken hinterlassen immer einen andern Eindruck als Fahrten im Alltag. So waren wir gespannt darauf, ob der „Einsteck-Volvo“ auch in und um Zürich den guten Eindruck hierliesse wie in Schweden. Kurz: Ja, das ist so.
Der Hybrid fährt sich, dank der gewohnten 6-Gang-Automatik wie ein normaler V60, dank dem 200 Nm / 70 PS – Elektromotor ist auch die rein elektrische Beschleunigung gut. Es kommt bei diesem Auto nie das Gefühl auf, in einer schweren und behäbigen Spassbremse unterwegs zu sein, wie das bei Vollelektrikern ab und zu vorkommt. Im Gegenteil. Fahrleistungen und Fahrsicherheit sind top – wie bei Volvo eigentlich zu erwarten war.

Äusserlich unterscheidet sich der Hybrid nur durch die zweite Tankklappe vorn (um Strom zu tanken). Im Kofferraum fällt der höhere Boden und dadurch kleinere Laderaum auf, aber es ist ja ein Kombi. Die Anzeigen bieten eine Menge an „Lichtspielen“ (rot = Power, …), die man aber nicht einschalten muss, wenn man das kindisch findet. Die 640 Nm und die 285 PS sind natürlich beeindruckend. Da der Diesel die Vorderräder antreibt und der Elektromotor die Hinterräder, kann man auch auf echten Allradantrieb umschalten, sodass im Extremfall, wenn drei Räder Schlupf haben, das vierte Rad allein „den Karren aus dem Dreck zieht – oder stösst“.


Zwar ist der Kofferraum wegen der Batterien kleiner geworden, aber dank der Kombiversion steht im Alltag genug Laderaum zur Verfügung.

Empfehlung: Wer ein starkes Auto braucht, aber schadstoffarm und mit wenig Verbrauch unterwegs sein will, muss den Volvo V60 Plug-in Hybrid in Erwägung ziehen. Apropos wenig Verbrauch: Die 1,9 Liter sind natürlich Theorie. Aber während der Testfahrten, wo von Ampel zu Ampel gefahren wird, probehalber oft und viel Gas gegeben, auch einmal zügig bergauf geblocht wird und niemand auf den Verbrauch achtet, zeigte der Bordcomputer um die 4 ½ Liter. In der Praxis und im Alltag dürften also Durchschnitte von unter 5 Liter realistisch sein. Für einen 5-Zylinder mit 285 PS beachtlich!

Juni 2012
H. Volkart, VOLKARTpress


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