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Published on Oktober 28th, 2016 | by Heiny Volkart

Erfolgreich und Brauchbar

Opel Astra Sports Tourer Excellence 1.6 CDTi BiTurbo 160 PS

Erfolgreich und Brauchbar

Das europäische Auto des Jahres 2016 und zusätzlich auch Schweizer Auto des Jahres 2016 besteht nicht nur aus der im Mai getesteten Limousine, sondern auch aus einem stückzahlmässig noch viel wichtigeren Kombi, früher bei Opel CaraVan genannt, heute «Sports Tourer».

Uns stand der stärkste Diesel zur Verfügung (160 PS), den es leider nur handgeschaltet gibt und in der besten von vier Ausstattungsvarianten (Excellence) 34‘200 Franken kostet. Ein stolzer Preis, wenn man bedenkt, dass es den Astra Sports Tourer bereits ab 22‘100 Franken gibt, zur Zeit sogar als Flex-Aktion für gerade mal 20‘100 Franken (Benzin, 1.4 lt./100 PS, 5G). Leasingfreunde können dieses Einstiegsmodell sogar schon als 0%-Leasing ab 235 Franken pro Monat ohne Anzahlung leasen.

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Die Astra-Kombipalette besteht aus sieben Benzin- und vier Dieselversionen, in vier Ausstattungsvarianten. Der kleinste Motor ist ein 1-Liter-Turboeinspritzer, der 105 PS leistet. Es folgt der 1.4 lt.-Motor, der 125 oder 150 PS leistet und der 1600er Turbo Direkteinspritzer mit 200 PS (siehe Test der Limousine http://zuendung.ch/fahrbericht/kompakter-awardsammler/). Die vier Diesel sind 1600er, 6-Gang manuell oder 6-Gang-Automatik. Sie leisten 110, 136 und 160 PS.

Alle Astra sind bezüglich Sicherheit von Haus aus schon gut ausgerüstet. Mit aufsteigender Ausstattungsversion steigt auch der schon eingebaute Komfort. Zusätzlich kann noch eine Vielzahl weiterer Optionen zugekauft werden. So verfügte unser Testwagen über das Plus-Pack Excellence, das für 1‘090 Franken Navi und ein Assistenz-Paket umfasst, das IntelliLux LED Matrix-Licht, das 1‘490 Franken kostet, dann war ein Premium Lederpaket drin für 2‘400 Franken, das auch «Aktion Gesunder Rücken»-Sitze umfasst, Lendenwirbelstütze uvm. Die 18“-LM-Felgen schlagen mit 500 Franken zu Buche, die Wärmeschutzverglasung mit 350 Franken. Zusammen mit der Perleffekt-Lackierung für 950 Franken macht das dann 40‘030 Franken und wir haben noch lange nicht alles, was man haben könnte …
Das Opel OnStar-System ist, von der Einstiegsvariante abgesehen, immer serienmässig drin.

Schade, dass nur gerade für die 136 PS-Version ein Automat oder Doppelkupplungsgetriebe erhältlich ist. Aber Opel hat sich früher schon etwas schwer getan mit Automatikgetrieben bei den stärkeren Versionen. (Der Schreibende hat «in einem früheren Leben» während Jahren Hunderte Astra Kombis gekauft für seine Aussendienstler).

Ältere Flottenbesitzer haben vielleicht noch das Bild des Omega CaraVan im Kopf und denken, der Astra sei klein und kaum brauchbar in der Flotte. Dem ist längst nicht mehr so: Der neue Sports Tourer ist 4.70 m lang und 1.81 m / 2.04 m breit. Der Laderaum fasst 540 bis 1‘630 Liter. Da lässt sich schon arbeiten damit, umso mehr, als die Ladekante mit 62 cm nicht hoch und der Laderaum eben ist (dreiteilig abklappbar). Die Zuladung beträgt, gemäss Fahrzeugausweis, 489 Kg.

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Wie schaut er aus, der Sports Tourer? Erwachsen, dynamisch, seriös (da hilft wohl die elegante dunkelgraue Farbe auch mit), mit Blick auf die Scheinwerfer auch etwas nach Hi-Tech. Etwas weniger gelungen scheint das Heck von der Seite mit der irgendwie störenden Chromleiste, mindestens in Verbindung mit der dunklen Farbe. Innen ist der Astra mit seinen Ledersitzen sehr edel anzuschauen und wirkt hochwertig.

 

Fahrbericht
«Und, wie ist er?» wurden wir des öftern gefragt. Opel interessiert eben die Leute. «Gut», war öfters die Antwort, aber hier nehmen wir’s noch etwas genauer:

Die Türen lassen sich alle auf simplen Druck aufs Knöpfchen öffnen, was sehr praktisch ist. Die Heckklappe sollte sich beim Testwagen ganz einfach mit einer Fussbewegung öffnen lassen. Tat sie aber nicht! Sie kann aber am Schlüsselkästchen geöffnet und geschlossen oder vom Fahrersitz aus oder – wie üblich – von Hand an der Hecktüre selber. Schliessen lässt sie sich auf Knopfdruck, ganz ohne Krach und bis zum finalen Klick.
Die Ladekante ist tief, die Sitze einfach umlegbar (40/20/40), der Laderaum doch recht gross (540/1630 Lt). Dank 489 Kg Zuladung ist der Astra Kombi sowohl für die Ferienreise als auch für den Einsatz im Aussendienst bestens geeignet.

Der AGR-Fahrersitz (AGR = Aktion Gesunder Rücken) verspricht viel Komfort und Sicherheit. Er lässt sich elektrisch in alle Richtungen verstellen (auf der Beifahrerseite nur elektrisch neigen). Alle Sitze, auch hinten, sind beheizbar, vorne auch belüftet, was im Sommer und auf langen Fahrten sehr angenehm ist. Der Seitenhalt ist gut, Langbeinige können die Sitzauflageflächen sogar noch per Handgriff vergrössern. Trotzdem, oder gerade wegen der vielfältigen Verstellmöglichkeiten dauert es recht lange, bis man die optimale Einstellung gefunden hat. Wenigstens lässt die sich dann per Memory 1 und 2 festhalten.
Der Sitz gibt zwar (Seiten-)Halt, aber auf Dauer und auf längeren Strecken ist er hart und unbequem, eher so, wie man in einem Sport- oder Rennwagen erwartete.

Der 1600er Diesel startet auf kurzen Knopfdruck, im Winter mit Gedenksekunden fürs Vorglühen. Kein Problem, wenn man’s weiss. Ärgerlich ist das Gepiepe und Gepfeife des Parksensors, vor allem beim In-die- und Aus-der-Garage-Fahren. Das pfeift und blinkt auch sinnloserweise für vorne, wenn man rückwärts fährt. Oft ist an der Anzeige im Display nicht einmal genau ersichtlich, wo er eigentlich Gefahr wittert, weil alles blinkt in allen Farben. Die farbige Rückfahrkamera hat eine recht gute Auflösung.

Hat man’s dann geschafft, von andern Autos oder Garagewänden loszukommen, fällt auf, wie ruhig der Diesel selbst in kaltem Zustand läuft. Einmal warmgelaufen ist nicht mehr festzustellen, ob da ein Benziner oder ein Diesel am Werkeln ist. Die Beschleunigung des 160 PS starken 1600ers ist souverän. Als Wolf im Schafspelz würden wir ihn jetzt nicht gerade bezeichnen, aber die 350 Nm, die zwischen 1‘500 und 2‘250 Touren anliegen, beschleunigen den 1.5-Tonner in 8.9 Sekunden von 0 auf 100. Nur der 200PS-Turbobenziner ist da noch 1.2 Sekunden schneller.

Die 6-Gang-Schaltung liegt zwar gut in der Hand und lässt sich exakt schalten, im Go and Stop – Verkehr vermisst man die Automatik trotzdem.

Auf unserer üblichen Berg-Teststrecke im Jura hat das Fahrgestell einen guten und sicheren Eindruck gemacht, manchmal vielleicht einen etwas ungenauen. Aber das kann an den noch ganz neuen Winterreifen gelegen haben (Conti 850). Der Fahrkomfort/Abrollkomfort auf schlechten Autobahnstrecken (ja, die gibt’s in der Schweiz leider auch im Mittelland) war dann allerdings miserabel und nervig und da würden wir jetzt nicht einfach den 18“ern die Schuld geben.

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Von der 1‘490 Franken teuren speziellen Lichtanlage (IntelliLux LED Matrix) haben wir nichts bemerkt. Vielleicht muss das so sein und nur der Gegenverkehr profitiert davon. Aber wie schon bei Limousine stellen wir fest, dass das Licht in Tunnels viel zu spät einschaltet – dafür dann nach dem Tunnel lange nicht mehr aus.

Den Test des «R4 IntelliLink Infotainment-System» überlassen wir der jungen Generation und OnStar, den persönlichen Online- und Service-Assistenten, haben wir (wieder) nicht getestet.

Das eingebaute Navi ist selbsterklärend und einfach zu bedienen, auch der Bordcomputer zeigt viel Interessantes, das Display ist gross und gut ablesbar, das DAB+-Radio hat diesmal problemlos funktioniert: Nichts auszusetzen.

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Alles in allem ein sehr erfreuliches Auto, das nicht zu Unrecht europäisches und schweizerisches Auto des Jahres geworden ist. Die Ausstattung ist sehr reichhaltig und oberklassewürdig, auch die beheizten Rücksitze und das heizbare Lenkrad. Allerdings sind 40‘000 Franken ja auch nicht gerade ein Schnäppchen.

Garantien: Auch für den SportsTourer gelten nur minimale Garantien. Die Werksgarantie kann aber gegen Aufpreis auf bis zu 5 Jahren verlängert werden, für Private bis 150‘000 Km, für Fleet bis 200‘000 Km. Dafür sind CHF 739, resp. 1‘149 zu bezahlen.

Bleibt der Verbrauch. Der 160 PS-1600er mit Energie-Effizienz A soll gemäss Tech. Daten kombiniert 4.6 Liter verbrauchen (mit rollwiderstandarmen Reifen sogar nur 4 Liter). Mit relativ viel Autobahnfahrt haben wir, mit neuen Winterreifen, 5.70 Liter gemessen (der Bordcomputer zeigte sogar nur 5.0). In Anbetracht der meist flüssigen Fahrweise ist das Mittelmass.

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Bleibt zum Schluss die Frage, welches Modell man den Aussendienstlern geben soll.
Die nächstniedrigere Ausstattungsvariante kostet nur 600 Franken weniger. Die nächstschwächere Motorvariante (136 PS) nur 1‘500 Franken weniger, eine Stufe schwächer und schlechter ausgerüstet also minus 2‘100 Franken. Gut, wenn man 100 Autos kauft, schenkt das ein, aber als Familienauto eines Privaten liegt wohl die Excellence-Version mit der Topmotorisierung drin, sofern man auf die Automatik verzichten will.

Heiny Volkart, VOLKARTpress


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