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FahRSpassiger PlatzhiRSch?

Published on September 29th, 2006 | by zuendung

FahRSpassiger PlatzhiRSch?


Gelungene Heckansicht mit Diffusor aka Knackarsch

Voller Erwartung steigen wir in den Clio Renault Sport. 197PS! Und das in einem Kleinwagen. Gut, so richtig klein ist der Clio mit 3,99 m nun wirklich nicht. Der neue Lotus Europa ist da noch 9 cm kürzer. Trotzdem ist die Ansage noch nicht verklungen: Fast 200 PS! Ausserdem übt sich Renault nicht gerade in Zurückhaltung, wenn es um Werbung geht. Ein PlatzhiRSch soll er sein und FahRSpass will er bieten. Nun, dem wollen wir mal auf den Grund gehen. Im innerstädtischen Bummeltempo ist der sportliche Renaultspross problemlos zu bewegen, ein typischer Clio halt. Innen fällt sofort der rote Strich in der Lenkradkranzmitte auf. Auch die Metallpedale bringen ein wenig Rallyefeeling in die gute Stube. Serienmässig sind Klimaanlage und CD-Radio an Bord. Deutsche Hersteller können sich gleich einen ganzen Block von der französischen Austattungs- und Preispolitik abschneiden.


Sportlich: Kiemen hinter dem Vorderrad zeigen, welchen Anspruch der Clio hat

Schauen wir uns den Alltagssportler mal etwas genauer an. Vorne beginnt er mit einer am Boden schnüffelnden Schürze, die sowohl Nebelscheinwerfer als auch einen gierigen Kühlerschlund beherbergt. Die Leuchten kennen wir vom Standard-Clio, hier werden sie aber von auffällig ausgestellten Kotflügeln flankiert. Darin finden die 17-Zöller gerade genug Platz. Ob's die Entlüftungsschlitze hinter dem vorderen Radhaus wirklich braucht? Was soll's sie sehen scharf aus. Àhnlich verhält es sich mit dem Diffusor am Heck. Mag er bei Ferrari, Lamborghini und Co.für flügelfreie Optik bei gleichzeitig angemessen hohem Abtrieb angebracht sein, wirkt er hier etwas gewollt. Cool finde ich die in den Diffusor integrierten, abgeschrägten Auspuffrohre.


Arbeitsgerät: Geschaltet wird oft und schnell

Nun wollen wir mal den Formel-1-Weltmeister in uns wecken, den kleinen Alonso sozusagen. Obwohl, der ist ja schon klein. Egal. Ohne gross durchdrehende Räder hängen wir am Start Schumi und Kimi ab – Solange diese in Panda und A-Klasse unterwegs sind. Doch der Clio RS wirkt nicht so, als rissen 200 Pferde an seinen Rädern. Ein Blick in die technischen Daten bringt Gewichtiges ans Licht. Satte 1365 Kilo bringt der Franzose auf die Waage. Zum Vergleich: Ein Subaru Impreza Kombi brachte es 2000 auf fünf Kilogramm weniger. Ok, dazwischen liegen sechs Jahre, doch hat der Impreza vier Türen, fünf Plätze, Allradantrieb und einen grösseren Kofferraum. Doch zurück zum Fahrererlebnis. Dieses wird schlagartig spassiger, als ich mit dem Clio auf eine kurvige Landstrasse einbiege.


Nicht serienmässig: 197-PS-Angebersticker

In den bequemen Renault-Fauteuils sitzend lässt sich der Power-Clio eine Spur zu leichtgängig lenken. Dafür passt die Schaltung, vorausgesetzt man will mit dem Auto Bergrennen fahren. Ständig im Getriebe wühlend ist man dann zackig unterwegs. Doch ich dürfte nicht der einzige sein, der sich den Turbokick aus dem Mégane RS wünscht. Der Saugmotor im Clio ist auf Dauer einfach zu anstrengend, klingt müde und liefert sein maximales Drehmoment von 215 Nm viel zu spät (5500 Umin). Weit besser als im Mégane ist Renault die Abstimmung des Fahrwerks gelungen. Nicht zu hart aber doch sehr knackig. Wer Mut hat und in einer schnellen Kurve das Gaspedal lupft, wird von einem recht spontan eindrehenden Heck überrascht. Das serienmässige ESP (abschaltbar) übt sich in angenehmer Zurückhaltung. Allerdings dürfte dieses Verhalten nur versierten Sportfahrern Freude bereiten, die anderen landen im Strassengraben.


Böser Blick: Der kleine Renner hat eine gehörige Portion Überholprestige an Bord

Bleibt zu hoffen, dass der hohe Grundpreis von 30'000 Franken allzu übermütige Zeitgenossen vorerst abschreckt. Relativ betrachtet offeriert Renault ein absolutes Topangebot. Zumal auch die Extras nicht brutal ins Geld gehen. Mit Navi, Xenon und allem was man sonst gerne hat kommt man nicht über 35'000 CHF, was doch angemessen ist. Man kriegt einen kleinen, wilden Franzosen mit all seinen Eigenheiten. Ausserdem schaut der sportliche Clio einfach kess aus. Durch das kurz übersetzte Getriebe empfiehlt er sich nicht für Autobahnkilometerspuler, umso mehr für sportlich angehauchte Voralpenbewohner. So ist der Clio Renault Sport eher eine Bergziege, aber die hätte sich im Werbeslogan nicht so gut gemacht.


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