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Published on Dezember 16th, 2020 | by Heiny Volkart

Generationenwechsel vollständig

Škoda Octavia Scout und Octavia RS

Mit der Einführung des RS und des Scout hat Škoda die Erneuerung der Octavia-Modellreihe abgeschlossen. Die Topmodelle wurden kürzlich der Schweizer Fachpresse vorgestellt.

In 24 Produktionsjahren wurden 7 Millionen Octavia verkauft, 8% Marktanteil haben die Octavias. Aktuell ist jetzt die Einführung der 4. Generation abgeschlossen. «Die neusten Versionen sind etwas grösser geworden, sie verfügen über noch mehr Assistenten», sagte Frank Amsler, Teamleader Product Marketing & Distribution.

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Der brandneue Scout auf «normaler» Strasse

Škoda Octavia Scout

Während der Scout in andern Ländern sowohl mit Frontantrieb als auch mit Allrad erhältlich ist und zudem aus fünf Motoren gewählt werden kann, gibt’s den Scout in der Schweiz nur in der Variante, die Schweizer sowieso wählen würden: Stärkstmöglicher Motor und Allradantrieb. Das heisst in diesem Fall ein 2-Liter-Diesel (TDI) mit 200 PS und 400 Nm Drehmoment, 6.7 Sekunden von Null auf Hundert, 236 Km/h Spitze, 7-Gang-DSG.

Der Allradantrieb verfügt über eine neue elektronisch geregelte Lamellenkupplung. So wird der AWD leichter, effizienter, schneller. Er schaltet sich, je nach Bedarf, selbständig und in Sekundenbruchteilen ein und aus.

Der Scout sieht nicht nur nach Offroader aus; sein Schlechtwegepaket inklusive Unterfahrschutz und die um 15mm auf 163mm erhöhte Bodenfreiheit rüstet ihn auch für Fahrten abseits der Strassen. Als einziges Modell der Octavia-Familie bietet der Scout eine optionale Offroad-Funktion, die sich über das zentrale Display in der Fahrprofilauswahl Driving Mode Select aktivieren lässt. Das bietet Vorteile auf unbefestigten Wegen bezüglich Kennlinie des Gaspedals oder Schaltpunkten des DSG. Dazu gehört auch ein Bergabfahr-Assistent.

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Aber weil auch Offroader, echte und Möchtegerne, doch meistens auf normalen Strassen bewegt werden, hat Škoda den Scout auch mit allen Annehmlichkeiten von «normalen» Autos ausgestattet. Das DSG schaltet via Shift-by-Wire und nicht mehr mechanisch, das Head-up-Display ist mit all seinen Angaben hilfreich und die neuen Assistenzsysteme wie Ausweichassistent und Abbiegeassistent finden sich auch im Scout. Kurz: Der Scout, der gar nicht so martialisch aussieht wie sein Name suggeriert, ist ein Auto für den Alltag, für die Familie, den Beruf und das Freizeitvergnügen.

Den 4.70m langen, 1.83m breiten und 1.49m hohen Scout haben wir als ersten Testwagen gewählt. Mit 640 Litern Laderaum bietet er anständig viel Platz.

Nun waren wir gespannt auf die erste Testfahrt mit dem Scout, der in der Schweiz so neu ist, dass er noch mit tschechischen Nummernschildern zur Verfügung stand. Sehr aufregend sieht er ja eigentlich nicht aus, eher so seriös, gediegen bieder. Dass es den Scout nur mit Dieselmotor gibt, hat uns zwar zuerst irritiert, aber kaum waren wir damit auf der Strasse, erstaunte das Auto doch sehr. Der 200 PS-Diesel läuft derart ruhig, dass man sich noch einmal im Typenblatt versichert, dass das wirklich ein potenter Diesel ist. Dass die DSG aus dem Hause Volkswagen in aller Regel keinen Anlass zu Kritik geben, ist zwar schon länger bekannt. Aber auch im Scout fällt doch das feine Schalten positiv auf.

Auf den normalen Hauptstrassen und der Autobahn gab es keine Möglichkeiten, die Scout-Qualitäten des Scout zu testen(siehe Titelbild): Er fährt sehr angenehm ruhig und sicher. Die Lenkung war uns allerdings zu leichtgängig, das ist aber schon der einzige Kritikpunkt.

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Der neue Scout mit seinen Änderungen und Spezialitäten

Nun ist ein Grundpreis von CHF 46‘870 nicht gerade ein Schnäppchenpreis, trotz guter Motorisierung und Ausstattung, denn das viele Zubehör kostet auch noch einmal eine Stange Geld. Die rote oder schwarze Farbe der Testwagen kostet allein schon 1‘370 Franken, das Head-up-Display 740 Franken, usw.

Für – sagen wir – 50‘000 Franken erhält man ein vorzügliches Auto, das sehr gut ausgestattet ist und vielseitig einsetzbar, sehr angenehm und ruhig läuft, kombiniert 6.2 Lt. Diesel verbrauchen soll und sogar einen gebremsten 2000 Kg-Anhänger ziehen kann.

Škoda Octavia RS

Der RS ist sozusagen die Speerspitze der Octavia-Modellreihe. Den RS gibt’s als Limousine und als Kombi, in der Schweiz wird aber nur der Kombi angeboten.

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Zwei Motorisierungen stehen zur Verfügung: Der vorhin im Scout-Bericht erwähnte 200 PS-Diesel, 400 Nm Drehmoment, 7-Gang-DSG und Allradantrieb, Spitze 243 Km/h, 6.8 Sekunden für den Sprint von Null auf Hundert. Der stand uns für Testfahrten nicht zur Verfügung, sondern der stärkste Octavia-Motor:

Der 2.0 TSI (Benziner) leistet wie im Vorgängermodell 245 PS (180 kW), ist aber in verschiedenen Punkten optimiert worden. So ist bspw. der Benzineinspritzdruck auf 350 bar erhöht worden, es gibt neu geformte Kolbenböden, eine neue Kurbelwellendichtung und noch mehr. Dank 370 Nm Drehmoment beschleunigt der RS in 6.7 Sekunden auf 100 Km/h und läuft max. 250 Km/h. Das sind schon sehr gute Werte für ein relativ bieder aussehendes Auto, das auch schon als Pampersbomber apostrophiert wurde, weil er zwar viel Power hat, aber auch familientauglich ist.

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Kein Schalthebel mehr; eine Art Schaltwippe genügt vollkommen.

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Leider verfügt die 245 PS-Version nur über Frontantrieb. Wer Allradantrieb möchte, muss zum 200 PS-Diesel greifen. Zwar verfügt der Frontantriebs-Benziner über eine elektronisch geregelte Vorderachs-Quersperre für mehr Traktion und noch bessere Fahrdynamik, aber ein Allradantrieb ist das halt nicht.

Die äusseren Unterschiede des RS zu den Normal-Octavias sind relativ zurückhaltend und gar nicht krawallig, was als positiv zu werten ist. Vom RS-Schriftzug abgesehen hat’s da und dort mehr Schwarz oder glänzenderes Schwarz.

Auch mit dem 245 PS-RS konnten wir eine ausgedehnte Testfahrt unternehmen. Als erstes fiel uns der raue Motor auf, dessen Geräusche entfernt an einen Schiffsdiesel oder einen alten Amerikaner-V8 erinnerten. Nichts da vom kultivierten Lauf des 200 PS-Diesels.

Spass machte es aber, mit dem stärksten Octavia kurvige Bergstrassen in der Innerschweiz hinaufzuwetzen. Da störte der knurrige Motor dann nicht.

Der RS ist, wie der Scout, 4.70m lang und 1.83m breit, er ist aber 3.5cm niedriger (145.5m) und bietet deshalb nur 600 Lt. Kofferraum.

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Den 245 PS-RS gibt’s ab 46‘390 Franken. Unser Testwagen kostete inkl. Zubehör 60‘000 Franken.

Der mit Allrad ausgestattete 200 PS-Diesel kostet übrigens 3‘120 Franken mehr.

Positiv: Stark motorisierter Benziner, sehr gut ausgestattet, mit diskreten RS-Akzenten, familien- und berufstauglich

Negativ: Motorsound

Résumé

Auf den ersten Blick hat sich bei der neusten Generation nicht viel verändert im Vergleich zu den Vorgängern. Aber unter dem Blech, sprich bei der Technik, wurde recht viel verbessert, effizienter gemacht, optimiert. Es gilt deshalb nach wie vor: Škoda – Simply clever!

Heiny Volkart

Mitte Dezember 2020

 


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