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Published on August 19th, 2020 | by Amadé Fries

Ja, er ist es!

Ist es wirklich der Neue? Ja, ist es. Obwohl wir den abgelösten Renault Clio bestens kennen, ist das Erkennen der neuen Generation nicht ganz einfach. Auf den ersten Blick könnte man meinen, es handle sich um ein Facelift. Doch es wurde viel mehr verändert. Was? Eigentlich fast alles.

Beginnen wir bei der Plattform. Trotz aller Ähnlichkeit zum Vorgänger hat sie nichts mit ihm zu tun, sondern ist im Prinzip jene, die auch den Nissan Micra trägt. Das merkt man ab dem ersten Meter Fahrt. Das Fahrwerk ist gegenüber dem Vorgänger deutlich erwachsener, federt verbindlicher ohne Komfort vermissen zu lassen. Die Lenkung ist direkter und mitteilsamer. Die Bremsen greifen gefühlt auch etwas bissiger zu.

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Doch auch das Styling hat ein Update erfahren, auch wenn es erst auf den zweiten Blick auffällt. Vorne reichen die Tagfahrspangen nun in den Stossfänger hinein, während das Heck etwas massiger wirkt und im Falle der RS Line ein ovales Endrohr trägt. Die RS Line ist neu im Angebot. Sie bringt ein wenig Sportfeeling in den sonst eher gemütlichen Clio.

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Besonders gefallen die Sportsitze, die für einen Renault überraschend knackig gepolstert sind und über guten Seitensupport verfügen. Sehr nett ist das Sportlenkrad mit RS-Logo und angenehmen Griffmulden. Überhaupt ist Renault ein frischer und schöner Arbeitsplatz gelungen, der zudem auch ergonomisch zu überzeugen weiss. Dass man den Tempomaten hinter der Handbremse einschalten muss, gehört der Vergangenheit an, wie der physische Griff der Handbremse selbst.

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Eher seltsam mutet an, dass der Clio keinen Abstandstempomaten hat, wo es dieser doch für günstige 600 Franken in der Aufpreisliste steht. Eine gute Invesition sind die 850 Franken für Bleu Céladon, das wirklich ausgezeichnet zur Form passt. Ebenfalls sinnvoll: Die Bose-Lautsprecher, wobei der Clio auf die Speaker in den Kopfstützen verzichtet. Die bleiben den Nissan-Modellen vorbehalten.

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Da die RS-Line die höchste Ausstattungsvariante ist, sind bereits sehr viele Nettikeiten mit an Bord. Dazu gehören beispielsweise Keyless, Navigation oder die Rückfahrkamera. Und was steckt eigentlich unter der Haube? Ein 1,3-Liter Vierzylinder Turbomotor mit 130, der seine Kraft über ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe an die Vorderräder abgibt. Damit ist man jederzeit gut motorisiert, wobei zu einem „echten“ RS sicher an die 100 PS fehlen. Dafür entschädigt er mit erträglichen Verbräuchen: Im Test genehmigte sich der Clio nur 5,6 Liter, was tatsächlich 0,8 Liter unter der Werksangabe ist.

Sparsam ist Renault auch mit Knöpfen. Der Lautstärkeregler wurde durch eine reine Touchtaste ersetzt. Generell ist der Multimediaeinheit aber ein gutes Zeugnis auszustellen. Sie lässt sich leicht und intuitiv bedienen, zudem sind die Touchflächen gross angelegt, so dass man sie auch während der Fahrt meistens trifft. Noch klassisch zu regeln ist die Klimaautomatik, die im Test bei Temperaturen um 30°C allerdings etwas Mühe bekundete.

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Ein paar Eigenheiten gönnte man sich am Heck, wo die Designer sich über die Praktiker durchgesetzt haben. Die Rückfahrkamera wurde im Markenzeichen untergebracht, wo sie für Verschmutzungen anfällig ist. Der Öffner für die Heckklappe findet sich nicht an selbiger, sondern unten über dem Kennzeichen, wo sich noch mehr Dreck ablagert, womit schmutzige Hände vorprogrammiert sind. Da gehen wir lieber wieder zu den vier Türen, die sich bei Annäherung selbsttägig aufschliessen.

Er ist seit Jahren der erfolgreichste Kleinwagen Europas und in manchen Jahren war er sogar das meistverkaufte Auto auf unserem Kontinent. Das kommt nicht von ungefähr. Das praktische Format, das überzeugende Design und natürlich der attraktive Preis bei gleichzeitig guter Ausstattung bilden ein stimmiges Paket. Renault hat den neuen Clio deshalb behutsam verändert, was die Äusserlichkeiten angeht. Unter dem Blech hat sich aber enorm viel getan, das spürt man in allen Bereichen. Damit ist die aktuelle Generation für die kommenden Jahre gerüstet. Dass der hier getestete RS-Line mit über 30’000 Franken auf dem Schweizer Markt erfolgreich sein wird, ist so gut wie sicher. International werden es die günstigeren Varianten sein, die für hohe Stückzahlen sorgen. Und irgendwann werden wir dann auf den ersten Blick den „alten“ vom neuen Clio unterscheiden können.


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