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Published on Juni 10th, 2021 | by Heiny Volkart

Kleine Gernegross

Renault erneuert seine Palette an kleinen Nutzfahrzeugen.

Renault Express Van

Renault Kangoo Van

Renault Kangoo Kombi

Renault Trafic Passenger und Trafic SpaceClass

Gleich vier – oder sogar fünf – der kleinen Renault-Nutzfahrzeuge, die allerdings sehr gut auch als Personentransporter dienen können, werden aktuell neu aufgelegt.

Wir haben uns die erneuerte Palette angeschaut und sind die alle gefahren.

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Renault Express Van

Der ebenso praktische wie effiziente neue Express Van richtet sich an Unternehmen, die einen kompakten Transporter mit optimalem Preis-/Leistungsverhältnis bei maximalem Raumangebot suchen. Der im Renault-Werk in Tanger (Marokko) produzierte Praktiker unter den Klein-Lieferwagen wird jetzt im Juni in der Schweiz eingeführt.

Seine Länge von nur 4.39m lässt nicht vermuten, dass er innen minimal 3.3 und maximal 3.7 m3 Laderaum bietet. Die Höhe von 1.84m ist so bemessen, dass man in jede Tiefgarage einfahren kann. Mit einer Ladekantenhöhe von nur 57 cm ist das Be- und Entladen problemlos. Natürlich helfen da die seitliche Schiebetüre (71.6 cm breit) und die 2/3 zu 1/3 öffnenden Hecktüren. Durch Umlegen des Beifahrersitzes kommt man auf 2.36 m mögliche Ladelänge. Der normale Laderaum ist 191 cm lang. Jede Firma, die bestimmte Güter transportieren will, probiert das am Fahrzeug aus und verlässt sich nicht nur auf Zahlen. Aber der doch relativ kleine Express Van ist tatsächlich ein kleiner Gernegross, der sich auf x Arten umbauen und anpassen lässt, um möglichst vielen Anwendern ein Maximum an Nutzen zu bieten.

Die Nutzlast beträgt satte 715 Kg (Benzinmotor), resp. 630 Kg mit dem Diesel. Dazu kommen viele Ablageflächen und Stauräume mit 48 Liter Fassungsvermögen.

Obwohl auf maximale Effizienz geachtet wurde, ist keine viereckige Kiste herausgekommen, sondern ein doch recht ansehnlicher Klein-Lieferwagen. Selbstverständlich bietet der Express Van Konnektivität der neusten Generation; es ist ja ein Arbeitsinstrument.

Das Aussendesign entspricht dem aktuellen Renault-Design. Zwei Ausstattungslinien, Access und Extra.

Die Zeiten, in denen die Lieferwagenfahrer als quantité négligeable galten (weil’s ja nichts kosten durfte), sind längst vorbei. Sie haben heute nicht nur komfortable Sitze zur Verfügung, sondern auch ein ansprechendes Cockpit mit neuen Fahr-Assistenzsystemen, die in dieser Kategorie Auto bisher nicht üblich waren.

Motormässig sieht es so aus: 1 Benzinmotor 1.3 Liter mit 100 PS, 6-Gang-Schaltgetriebe. Dazu zwei 1500er Diesel, mit 75 und mit 95 PS.

Die Preise sind sehenswert: Ab CHF 15‘800 (ex MwSt.) bis CHF 20‘400 für den teureren Diesel sind verkraftbar. Renault macht aktuell sogar Reklame mit einem Preis von CHF 13‘100. Hier sind 17% Flottenrabatt schon berücksichtigt. Alle Preise ex Mehrwertsteuer; es sind ja Geschäftsfahrzeuge.

Testfahrten: Trotz Beladung mit einer 200 Kg-Kiste machte der Express Van einen lebendigen Eindruck und trotz schmalen und teilweise holprigen Nebenstrassen beeindruckte der neue Express Van.

Erwähnenswert: Statt eines Innenrückspiegels, in dem man eh nichts sieht, verfügt der Express Van auf dem Dach über eine Kamera, genannt Rear View, die die Sicht nach hinten auf einen Bildschirm projiziert, der dort montiert ist, wo sonst der Rückspiegel hängt. Man gewöhnt sich sehr schnell daran.

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Renault Kangoo Van

Den neuen Kangoo Van einfach als 10 cm längeren Express Van zu bezeichnen, greift zu kurz. Der Kangoo wurde seit 1997 immerhin 4.2 Millionen mal verkauft, er ist im Segment eine Institution, sozusagen.

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Dieser Kleintransporter richtet sich an die Flotten, an das Gewerbe, an Handwerks- und Handelsbetriebe. Massgeschneiderte Aus- und Umbauten, modernste Technologien und innovative Dienstleistungen für die Unternehmen vereinen sich im neuen Kangoo Van mit einem dynamischen, kraftvollen Styling. Der Kangoo Van wird im französischen Maubeuge produziert und ist jetzt im Handel.

Von 60 Liter Staufächern abgesehen, bietet der Kangoo Van Platz für 2 oder 3 Personen. Der Laderaum misst schon in der Basis-Version 3.8 m3. Die Renault-Techniker haben sich schon sehr viel Mühe gegeben, um möglichst viel Nutzeffekt zu erzielen.

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Beladen und Entladen soll noch einfacher werden. Die Lösung heisst «Sesam öffne Dich – by Renault»: Die Beifahrertüre öffnet 90°, zwischen Beifahrertür und Schiebetüre gibt’s keine B-Säule. Das Ladetrenngitter kann zum Fahrer hin eingeklappt werden. So entsteht eine Öffnung von knapp 1.45m. Mit dem umgelegten Beifahrersitz entsteht eine Ladefläche von 3.05 m Länge. Und das in einem 4.49 m langen Auto! Oben unter dem Dach ermöglicht eine Galerie das Mitführen einer Leiter.

Das Interieur ist wie in einem Personenwagen. Zwölf neue Fahrassistenzsysteme machen auch dem Lieferwagenfahrer das Fahren sicher und komfortabel.

Der Kangoo Van ist 4.49 m lang und 1.81 m hoch. Die Nutzlast beträgt 711 Kg (Diesel) und 744 Kg (Benziner).

Es sind zwei Ausstattungslinien erhältlich, Edition One und Extra. Die Preise beginnen bei Fr. 20‘500 (Ex MwSt.). 17% Flottenrabatt schon eingerechnet sind es sogar nur noch 17‘000 Franken. Die Preise gehen hinauf bis CHF 25‘100 (Diesel, Extra).

Zwei 1300er Benziner mit 100 und 130 PS treiben den Kangoo Van an. Dazu ebenfalls zwei 1500er Diesel mit 75 und 95 PS.

Erst Anfang 2022 kommt dann auch «der Elektriker», mir 44 kWh-Batterie und 265 Km Reichweite.

Auch dieser Testwagen verfügte über die Rear-View-Rückspiegel-Kamera, die uns sehr nützlich erschien. Auch der Kangoo Van lief trotz 280 Kg Zuladung erfreulich flink. Irgendetwas schepperte allerdings unterwegs. Es werden wohl lose Spanngurten-Enden gewesen sein.

 

Renault Kangoo Kombi

Der Kombi ist sozusagen die elegante Passagier-Edel-Variante. Alle mit dem Kangoo Van angesprochenen Firmen, die aber auch Personen transportieren wollen, oder das Auto am Wochenende und in den Ferien mit der Familie nutzen wollen, greifen wohl zum Kangoo Kombi. Er hat fünf echte Sitzplätze und genug Raum für alles, was man so mit sich führen muss. Ein vollständig flacher Kofferraum und ein Dachträger, dazu die neusten Sicherheitsausstattungen, serienmässig, machen ihn unvergleichlich.

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775 Liter Kofferraum, mit abgeklappter Rücksitzbank und abgeklapptem Beifahrersitz sogar 3‘500 Liter Ladevolumen, siedeln ihn gemäss Renault unter den Top 3 in seiner Kategorie an. 14 neue, serienmässig integrierte Fahrassistenzsysteme erhöhen die Sicherheit.

Auch Transportunternehmen schätzen den Kangoo Kombi, den es mit verglaster Heckklappe oder verglasten Hecktüren gibt (und einem normalen Innenspiegel). Der Kangoo ist eleganter geworden, sowohl aussen als auch innen.

Motormässig sieht’s wie bei den andern neuen Kleintransportern aus: Zwei 1300er Benziner mit 100, resp. 130 PS und 6-Gang-Schaltung, sowie zwei 1500er Diesel mit 75 und 95 PS, ebenfalls handgeschaltet.

Preislich ist der Kombi etwas höher angesiedelt. Ab 27‘300 (inkl. MwSt.) für die Edition One, resp. 33‘400 für den 95 PS-Diesel in der Intens-Ausstattung.

 

Renault Trafic Passenger und Trafic SpaceClass

Den vierten im Bunde kann man vernünftigerweise nicht als Nutzfahrzeug und mit Längen von 5.08 m und 5.48 m auch nicht als klein bezeichnen. Zudem sind es eigentlich gleich zwei Fahrzeuge.

Wer den Trafic seit Jahren, ja Jahrzehnten, vor Augen hat, erkennt die neuste Version nicht mehr. So gründlich wurde der Trafic nach 40 Jahren und über 2 Millionen verkauften Exemplaren überarbeitet: Eleganter, kräftiger, moderner.

Die Trafic-Palette gehört zu den Personen-Transportern. Der Trafic Passenger ist als Personentransporter gedacht für Personengruppen, wie z.B. Sportmannschaften, Familien oder Firmen. Bis neun Personen können Platz finden.

Der Trafic SpaceClass ist ein Personentransporter für anspruchsvolle Fahrgäste, VIPs, für Gäste-Transfers zum Beispiel. Ledersitze und Platzverhältnisse der Businessklasse, individuell verschieb- und drehbare Sitze ermöglichen, dass sich fünf Personen wie im Wohnzimmer gegenübersitzen können, mit aufklappbarem Tisch in der Mitte.

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Mit 93.5 cm bieten Passenger und SpaceClass das höchste Innenraummass in diesem Segment. Für die Passagiere stehen Ablagefächer von insgesamt 86 Liter zur Verfügung. Das Kofferraumvolumen erreicht bis zu 1.8 m3. Für den Fahrer wurden Anzeigen und Bedientasten ergonomischer angeordnet. Farbgestaltung und Materialien sind ansehnlicher und/oder hochwertiger geworden.

Auch beim Trafic hat man modernste Assistenzsysteme eingebaut, sei es der adaptive Tempomat, die Notbremsfunktion, der Spurhalteassistent oder das adaptive Fernlicht (automatisches Zuschalten Fernlicht und Umschalten auf Abblendlicht, ab 45 Km/h).

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Es sind nur Diesel-Motoren lieferbar.

Beim Passenger leisten diese 110, 150 und 170 PS. Der 110 PS ist nur manuell geschaltet erhältlich, der 150 PS manuell oder mit 6-Gang-DKG, der 170 PS nur mit 6-Gang-DKG.

Die Preise beginnen bei der einfachsten Variante bei 38‘050 Franken und gehen hoch bis 47‘800 Franken für den langen 170 PS in der höchsten Ausstattungsvariante (Intens).

Für den SpaceClass sind die 150 und die 170 PS-Motoren lieferbar. 150 PS nur handgeschaltet, 170 PS nur mit DKG. Die Preise beginnen beim kurzen (5.08m) SpaceClass bei 48‘150 und enden bei 59‘250 Franken beim langen 170 PS.

Renault Suisse propagiert im Prospekt den Trafic Passenger und Trafic SpaceClass mit 27% Flottenrabatt und Preisen ab 25‘800 Franken. Der Trafic Kastenwagen (den es ja auch noch gibt) wird sogar für 21‘900 Franken angeboten (mit 26% Flottenrabatt).

Zusätzlich sind natürlich eine Vielzahl von Optionen bestellbar. Da kommen bald weitere Hunderte und Tausende Franken zusammen, je nach den Bedürfnissen und je nach Einsatzzweck.

Auch den langen Trafic sind wir gefahren. Am Steuer des 5.48 m langen Vehikels, das mit Spiegeln 2.31m breit ist und knapp 2 Meter hoch und zudem – je nach Variante – 2.3 Tonnen schwer (leer!), kommt man sich schon fast wie ein Kapitän der Landstrasse vor nach den Testfahrten mit Express und Kangoos. Er ist also schon ein anderes Kaliber, fährt sich aber sehr komfortabel und unaufgeregt. Platz hat man schön hinten drin und das Ding ist so variabel, dass man Sitze und Laderaum x-fach variieren und umbauen kann.

Schwachpunkt, was ihn für z.B. Hotels und Firmen im Berggebiet etwas unattraktiver macht: Leider auch kein Allradantrieb erhältlich. Aber wie oft muss man 5 VIPS mit Gepäck zusammen im Schneesturm zum Flughafen bringen? Eben!

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Fazit: Die Überarbeitung der kleinen Nutzfahrzeuge und des Trafic ist weit mehr als nur Kosmetik. Die Elektroversionen sind übrigens bereits in der Pipeline und werden dann einen wesentlichen Anteil an den Verkäufen haben.

Heiny Volkart, VOLKARTpress und zündung.ch

7. Juni 2021

 

 

 

 


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