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Published on Juni 3rd, 2016 | by Heiny Volkart

Kompakter Awardsammler

Opel Astra Dynamic 1.6 DIT / 200 PS

Kompakter Awardsammler

Der neue Astra wurde in diesem Frühjahr nicht nur zum Auto des Jahres 2016 gewählt, sondern ist auch Schweizer Auto des Jahres geworden. Wer sich mit dem Kauf eines kompakten Autos befasst, muss den Astra unbedingt auf seine Shortlist setzen.

Ende Juli 2015 hatte die Schweizer Fachpresse erstmals Gelegenheit, den neuen Astra statisch zu begutachten. Das Urteil fiel durchwegs sehr positiv aus. Es dauerte dann noch einmal rund ein halbes Jahr, bis man ihn kaufen konnte und die Allgemeinheit den neuen Kompakten am Genfer Salon im März 2016 auch sehen durfte und wo der Astra von einer internationalen Fachjury zum «Auto des Jahres 2016» gewählt wurde. Nicht genug damit: Bereits zuvor hatte eine Schweizer Fachjury den Astra zum «Schweizer Auto des Jahres 2016» gewählt und auch mit dem «Goldenen Lenkrad» wurde der Astra ausgezeichnet.

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Und nun hat’s auch geklappt mit einem Testwagen. Wir fangen an mit der Limousine, in der zweithöchsten Ausstattungsvariante Dynamic und der stärksten Motorisierung, dem 1.6 Direct Injection Turbo mit 200 PS.
Den Astra gibt’s natürlich schon mit 100 PS, als 1400er Benziner, für 20‘900 Franken, die dank Prämien zu sage und schreibe 18‘150 Franken werden. Von diesem Einstiegsmodell bis zu unserem Testwagen und darüber hinaus ist für sicher fast jeden Geschmack und Geldbeutel eine passende Astra-Variante vorhanden.

Unser Testwagen, ein 1600er mit 200 PS, kostet 31‘000 Franken und ist leider nur mit manuellem 6-Gang-Getriebe zu haben. Unverständlich, wo doch sogar die Formel 1 kein Kupplungspedal mehr hat. Ein automatisiertes Schaltgetriebe (DSG, resp. «Easytronic») wäre wünschenswert, ist aber nur beim 105 PS-Benziner zu haben.
Für den 150 PS-Benziner und den 136 PS-Diesel – und nur für die zwei – gibt’s einen 6-Gang-Automaten. Schade, dass es nicht mehr Modelle sind.
Mit einer Ausnahme (Diesel/Automat) sind alle Modelle mit einem Stop/Start-System ausgerüstet. (In Prospekt und Preislisten steht zwar ausnahmslos Start/Stop-System, es ist aber trotzdem ein Stop/Start-System).

Alle Astra-Versionen sind bereits ab Einstiegsmodell sehr gut mit Sicherheitsausstattungen versehen, unsere Dynamicversion dann auch noch mit vielen Komfortausstattungen ausgerüstet.
Das Pack Dynamic (z.B. Navi) für 1‘090 Franken war drin, IntelliLux LED Matrix-Licht (mit der Erklärung könnte man locker eine halbe Seite füllen) für 1‘300 Franken, Keyless Open für 350 und das Premium Leder-Paket für 2‘300 Franken, 18“-Leichtmetallfelgen für 500 und Fussraumteppiche für 80 Franken waren auch eingebaut. Auch eine Solar Protect Wärmeschutzverglasung für 350 Franken sorgte dafür, dass es im verregneten Testzeitraum nicht zu warm wurde im Auto. Alles in allem erreichte der Testwagenpreis somit CHF 36‘970.

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4.37m lang ist der Astra, gut 1.48 hoch und über die Spiegel 2.04m breit. Die Karosserieform hat allen Betrachtern gefallen, sie ist dynamisch/sportlich, ist aber auch, vor allem in Weiss, unauffällig, kein Blender.
Die Gepäckraumgrösse ist nicht überragend, entspricht aber in etwa diesem Fahrzeugsegment. Von 370 Liter lässt sich der Laderaum auf 1‘210 Liter vergrössern. Die 463 Kg Zuladung sind als sehr gut zu bewerten. Es gibt Verzurrösen, damit das Ladegut auch gesichert werden kann. Die Ladekante ist vernünftig tief, sodass auch die Hausfrau nicht klagen muss beim Einladen von Waschmittelkartons und Mineralwasserpaketen. Es gäbe da auch noch Kantenschutzfolien und Laderaumschalen zu kaufen, wenn man viel ein- und ausladen muss.

Keyless Open funktioniert an allen vier Türen, das ist sehr gut. Denn oft will man vor dem Einsteigen etwas auf oder vor die Rücksitze legen. Das kann man direkt tun und ohne zuerst vorne zu öffnen. Sehr gut.

Die Sitze sind bequem und links elektrisch, rechts manuell einzustellen. Die Instrumente sind etwa dort, wo man sie vermutet hat, den Anlasserknopf findet man auch gleich. Der Motor springt sofort an und läuft sofort rund und – bei einem 200 PS-Aggregat nicht unbedingt zu erwarten – völlig unspektakulär und nicht krawallig. Genau wie die Aussenansicht, die ja auch unauffällig ist. Gibt man ihm die Sporen, er soll ja in 7 Sekunden von Null auf 100 beschleunigen, hört man den 1600er dann schon. Die 300 Nm Drehmoment ab 1‘700 und bis 4‘700 Touren lassen grüssen.

Wir haben den Testwagen im Alltagsbetrieb eingesetzt: Zum Einkaufen, dann wieder zurück. Zum Bahnhof (oder so) fahren und wieder zurück. Schnell um den Block, um jemandem etwas zu zeigen, also viel Kurzstrecken und mit kaltem Motor. Dann aber auch Autobahnstrecken, wo sich der Astra als komfortabler Reisewagen entpuppt, sind wir gefahren. Die eigentliche Teststrecke umfasst Autobahn, Landstrasse und Jurapassstrassen, wo sich das Astra-Fahrwerk als sicher erwiesen hat. Die Schaltung funktioniert leicht und präzise. Wir sind da aber auch nicht einfach nur durchgeheizt, sondern die Fahrt wurde öfters mal unterbrochen für Fotos. So waren wir gespannt auf den Verbrauch, der gemäss Prospekt 6.1 Liter betragen soll, aber von zu tiefem Leergewicht ausgeht. Unser Testwagen wiegt nämlich gemäss Fahrzeugausweis 1‘427 Kg (und nicht nur 1‘350 kg). Unser Verbrauch betrug trotz der beschriebenen Fahrweise 7.20 Liter (wenn der Tank wirklich platschvoll war bei Übernahme). Der Bordcomputer zeigte 6.9 Liter an. Bei anständiger Fahrweise und vorwiegend längeren Strecken ist der Normverbrauch sicher zu erreichen, auch wenn zwischendurch mal ordentlich «Stoff» gegeben wird. Sonst braucht man sich ja nicht die 200 PS-Version zu kaufen.
Alles in allem ein spurtstarkes, aber unspektakuläres Auto, mit einer Ausstattung, die vor wenigen Jahren nur in der teuersten Oberklasse zu finden war.

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Ganz alles hat aber auch nicht überzeugt: Wer das Auto oft vor einer Mauer oder einem Garagentor abstellt, wird sich bald nerven, wenn der Parksensor auch beim späteren Wiederwegfahren wie wild piepst und piepst und piepst. Beim langsamen Einparken in enge Parkplätze, was heute ja leider immer öfter der Fall ist, nerven die oft zu frühen Piepwarntöne in allen Tonlagen, weil man kaum mehr weiss, wo der Astra gerade Gefahr wittert.
Der Piepton und das rote Warnlicht vor der Frontscheibe, wenn man ungebremst auf einen Vordermann zufährt, ist unzuverlässig, denn mal warnt es und die nächsten Male nicht. Hingegen bewerten wir den doch dezidierten Korrektur-Eingriff in die Lenkung, wenn der Astra langsam gegen die Mittellinie driftet, als überraschend, aufweckend und damit positiv.
Dass DAB+ – Radios heute nicht mehr nur entlang der Hauptachsen funktionieren ist erfreulich. Das Radio im Testwagen hat allerdings nach Unterbrechen der Reise oft von sich aus einen andern Sender eingestellt.
Dass das automatische Licht in Tunnels so spät einschaltet, hat uns mindestens einmal einen Warnblink eines entgegenkommenden Autos eingetragen.
Mit der Minimum-Garantie von 2 Jahren ist Opel eher «schmürzelig». Zusätzliche Jahre und Kilometer können zwar versichert werden, aber eben nur gegen gutes Geld (Opel FlexCare).

Das war’s dann eigentlich schon mit den Beanstandungen. Wir führen seit jeher in den Testwagen ein Blöckli mit, um besonders positiv und negativ Auffallendes gleich notieren zu können. Noch selten waren auf dem Blöckli so wenige Bemerkungen anzutreffen, was in diesem Falle sehr FÜR den Astra spricht.

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Opel hat in mehreren Modellen, auch im Astra, «OnStar» eingebaut, einen persönlichen Online- und Service-Assistenten. Man kann sich von unterwegs mit einem persönlichen Berater verbinden lassen, funktioniert in fast ganz Europa. OnStar umfasst die automatische Unfallhilfe, einen WLAN-Hotspot für bis zu sieben Geräten, einen Diebstahl-Notfallservice (Auto kann von der Polizei lokalisiert werden), per Smartphone App kann Verschiedenes betätigt werden (Licht, Zentralverriegelung, etc.), ein OnStar-Berater kann gebeten werden, einige der wichtigsten Bereiche per Fern-Diagnose zu prüfen, ja, man kann sich sogar die nächste Adresse ins Navi eingeben lassen. Wichtig: Es ist möglich, das alles abzuschalten, um die Privatsphäre zu wahren. Nur in Notfällen wird OnStar diese Sperre umgehen, sagt Opel. Ehrlich gesagt: Wir haben OnStar nicht ausprobiert. Aber grundsätzlich gibt es das teilweise bei andern Marken schon lange (SOS-Funktion). Bei immer komplexer werdenden Autos ist OnStar vermutlich sinnvoll. Das erste Jahr ist gratis, nachher dann kostet OnStar in Deutschland 99 € pro Jahr, in der Schweiz CHF 109, also genau gleich viel. Der WLAN-Hotspot kostet extra.

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Der 200 PS-Astra hat einen sehr guten und sehr seriösen Eindruck hinterlassen, für eine 200 PS-Version vielleicht fast zu seriös. Doch hat eine junge Fahrerin eines eher etwas krawalligen «Über 200 PS-Kleinwagens», die sich aber auch beim Fahren italienischer Supersportwagen daheim fühlt, nach einer Probefahrt mit dem Astra-Testwagen verlauten lassen: «Den würd ich auch nehmen».

Heiny Volkart, VOLKARTpress

 


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