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Published on Mai 23rd, 2018 | by Heiny Volkart

Wieder ein GSi

Was bei der VW Golf-Fraktion der GTI, wurde ab 1984 bei den sportlich angehauchten Opel-Fans der GSi, damals der Kadett GSi. Auch einen Astra GSi gab’s noch, doch vor rund 20 Jahren kamen die sportlichen OPC (Opel Performance Center) und die hiessen dann auch so. Nun gibt es wieder einen GSi (Grand Sport Injection), einen Insignia GSi.

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 Über die «normalen» Insignia haben wir bereits berichtet:

Im Juli 2017: http://zuendung.ch/fahrbericht/flaggschiff-im-taeglichen-einsatz/ ,

im Juni 2017http://zuendung.ch/fahrbericht/flaggschiff-mit-raum/

und im April 2017: http://zuendung.ch/fahrbericht/flaggschiff/

Mit der jeweiligen Topmotorisierung, dem 2-Liter DI-Turbo-Benziner mit 260 PS und dem 2-Liter BiTurbo-Diesel mit 210 PS gibt es nun für sportlich Angehauchte auch wieder einen GSi. Beide sind nur mit der 8-Stufen-Automatik erhältlich, die allerdings per Paddel am Lenkrad auch manuell geschaltet werden kann.

Obwohl die «normalen» und die GSi-Modelle leistungsmässig identisch sind, 260 oder 210 PS, 400 oder 480 Nm Drehmoment, unterscheiden sie sich voneinander, primär mal im Preis, denn der GSi-Aufpreis beträgt happige 5‘300 Franken (Grand Sport) und 5‘400 Franken (Sports Tourer). Preise je ab CHF 54‘400, resp. 55‘800.

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Was erhält man dafür?

Das FlexRide Premium-Fahrwerk mit der elektronischen Dämpferregulierung, dem einstellbaren Normal-, Tour- und Sportmodus schlägt mit 1‘500 Franken zu Buch. Es ist allerdings bei gleicher Motorisierung auch im Excellence serienmässig dabei. Lenkung und Bremsen seien anders abgestimmt. Die dunkel getönten Heckscheiben muss man an anderen Modellen für 390 Franken Aufpreis kaufen. Dann ist auch sonst noch die eine oder andere Kleinigkeit mit dabei. Im Innern wird man die speziellen Performance-Schalensitze entdecken (mit AGR-Siegel), die zwar guten Halt geben, aber auch nicht sonderlich komfortabel sind (für sportliche Fahrer halt). Für guten Seitenhalt lassen sich übrigens auch beim Excellence die Sitzwangen elektrisch einengen. Sportlenkrad und Alupedale vervollständigen den Sport-Look. Wegen des Tourenzählers sind auch die Armaturen nicht ganz baugleich.

Wer 20-Zöller will wie bei unserem Testwagen (245/35 ZR 20) muss dafür noch einmal extra 1‘500 Franken auf den Tisch legen. Aber sie unterscheiden sich schon noch etwas, der GSi und der Excellence, sowohl vorne wie hinten: Der GSi ist 1 cm tiefer gelegt. Wer beim Fahren zweimal auf den ESP-Knopf drückt, gelangt in den Competition-Modus. Die Traktionskontrolle ist dann ausgeschaltet und das Fahren macht mehr Spass. Auf unseren täglichen Staustrecken ist das leider nicht erlebbar. Und wo man das auf einer einsamen Passstrasse dann doch erleben könnte, sind entweder Rad- und Sonntagsfahrer unterwegs oder die Polizei beharrt per Radarkontrolle auf die 80 Km/h Ausserortsgeschwindigkeit. Seufz.

Die Lufteinlässe vorne unten links und rechts wirken dank ihrer Chrom-Einfassung sehr gross, aber nicht unbedingt sportlich. Die Spange vorne unten unterscheidet sich ebenfalls bei Excellence und GSi, wobei man darüber streiten kann, was besser aussieht. Das Heck des GSi wirkt sportlicher, die Chromeinfassungen der Auspuffrohre wirken allerdings billig und überhaupt nicht sportlich.

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Kofferraum und Belademöglichkeiten sind bei “normalen” Insignia und beim GSi identisch. Platz hat’s viel!

Testwagen

Der Testwagen, ein roter Grand Sport, also die Limousine, kostet 54‘400 Franken, ob mit 210 PS-Diesel oder mit 260 PS-Benziner. Unser Testwagen ist der 210 PS-BiTurbo-Diesel, der 480 Nm Drehmoment liefert bei schon 1500 Touren. Der Motor ist offenbar abgeleitet  vom gleich grossen (1956 ccm) 170 PS-Diesel. Dazu kommen serienmässig die Acht-Stufen-Automatik und Allradantrieb, was am Heck ganz diskret nicht angeschrieben ist. Da soll das GSi-Kürzel allein für sich sprechen.

Die Masse entsprechen den normalen Insignias, 4.90m lang, 1.94m/2.10m breit, 1.45m hoch. Mit 1‘830 Kg Leergewicht wiegt der BiTurbo rund 100 Kg mehr als der Benziner.

Der GSi ist von Haus aus schon gut ausgestattet, es wurden aber doch noch für rund 9‘000 Franken Extras reingepackt (teils recht sinnvolle!). Zum Beispiel die 20“-Felgen für 1‘500, das Head-Up-Display für rund 1‘000, Park&Go 360° für rund 1‘500, Adaptiver Geschwindigkeitsregler ACC für 1‘200, IntelliLux-Licht für stolze 2‘000 Franken, aber auch ein paar günstigere Optionen, wie heizbare Frontscheibe (300), Brillantlack (400), Bose-Sound (800), 8“-Display (200), Induktive Lademöglichkeit (150) und ein Reifen Rep.-Set für 50 Franken. Macht dann 63‘470 Franken.

Die beiden Motoren, der 260 PS-Benziner und der 210 PS-Diesel, unterscheiden sich da und dort. Bietet der Benziner 400 Nm Drehmoment ab 2500 Touren, sind es beim Diesel 480 Nm schon ab 1500 Touren. Der Diesel zieht unten heraus also besser. Bei der Beschleunigung von 0 auf 100 hat allerdings wieder der Benziner die Nase vorn (7.3 sec. statt 7.8). Teilweise liegt das sicher daran, dass der Diesel rund 100 Kg schwerer ist als der Benziner (1‘830 kg vs. 1‘737 Kg). Auch wenn die neuen Insignia bis 200 Kg leichter sind als die Vorgänger, sind das in der heutigen Zeit immer noch rechte Trumms.

Alle Motoren erfüllen bereits die Euro 6d-temp – Vorschriften.

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Fahrbericht

Wer den normalen Insignia, einen Excellence zum Beispiel, kennt, findet sich sofort zurecht im GSi. Alle Schalter sind am gleichen Ort, fürs HUD, für den Tempomaten, Navi, Radio, Sitzverstellungen, etc.

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Die Frontspange unten und die Lufteinlässe sind unterschiedlich. Rechts ein Excellence, links unser roter GSi

Auch das Öffnen der Türen (Knöpfchen an jeder Türe) und der Startvorgang erfolgt gleich. Auffallend, dass der 210 PS-Biturbo nicht wie ein Diesel nagelt, sondern einen angenehm tiefen Motorsound produziert, vor allem, wenn er warm ist. Gefällt besser als im Benziner, zu dessen Sound sich Opel ruhig etwas Mühe hätte geben dürfen.

Die 20-Zöller sind weniger hart als erwartet (serienmässig 18“). Die Fahrwerkseinstellung lässt sich – wie beim Excellence – via Tasten verstellen, weich, normal und Sport. Beim Fahren auf normalen Strassen, auch bergauf und ohne Verkehr, kommt man nicht an die Grenzen des Fahrwerks, wenn man möglichen Gegenverkehr nicht gefährden will.

Wir würden jetzt niemandem abraten. Wenn einem die Schalensitze, der 1 cm tiefere Look und das ganz leicht andere Aussehen vorn und hinten über 5‘000 Franken wert sind, dann soll er den GSi nehmen. Sonst tut’s auch der Excellence. Super-Autos wären beide. Der Excellence eher Wolf im Schafspelz, der GSi ganz ganz leicht krawalliger im Look.

Der offizielle Treibstoffverbrauch war im Prospekt noch nicht veröffentlicht. Aber es kommt ja eh bald eine neue Norm (WLTP). Echt verbraucht haben wir 8.4 lt. Diesel, einen halben Liter weniger als mit dem Benziner.

By the way: Im Oktober kommt auch ein Corsa GSi, 1400er, 6-Gang manuell, mit 150 PS.

Heiny Volkart, VOLKARTpress

23. Mai 2018

 


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