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Published on September 6th, 2019 | by Heiny Volkart

Zeichen der Zeit erkannt

Zeichen der Zeit erkannt

SAIC lanciert in der Schweiz den elektrischen 3.5-Tonner «Maxus». Während die Mitbewerber seit Jahren ankündigen und vorstellen, kann Maxus seinen vollelektrischen Lieferwagen liefern. Jetzt.

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Die Shanghai Automotive Industry Corporation, kurz SAIC, ist Chinas grösster Automobilkonzern. Der siebtgrösste Produzent der Welt produziert jährlich 7 Millionen Fahrzeuge, stellt aber nicht nur (noch) unbekannte Marken her, sondern auch 3 Millionen Autos sogenannt gängiger Marken.

SAIC produziert auch den neuen Elektrotransporter Maxus EV80, von dem 2018 bereits 84‘000 Stück gebaut worden sind. Nach Europa kommt der Maxus über die auch in der Schweiz bekannte Alcopa aus Belgien, resp. deren Autodivision Alcomotive. Dort drin wurde nun die Maxomotive gegründet und der Maxus EV80 dieser Tage auch in der Schweiz lanciert, ganz kurz nach den Benelux-Staaten. «Wir wollen mit kleineren Ländern beginnen», erklärte der Managing Director Maxomotive Middle Europe, der Belgier Herman Claes. Die grossen europäischen Länder, D, F, I und Sp sollen in ein bis zwei Jahren folgen.

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In der Schweiz ist die Maxomotive Schweiz in Dietlikon angesiedelt, beim bekannten und bewährten Team von SsangYong. General Manager Maxomotive ist denn auch Nicole Sahlmann, Brand Manager Dominik Felder, PR Emanuelle De Donno.

Der Elektrotransporter Maxus EV80 macht einen sehr seriösen Eindruck, vom Aussehen her, von der Haptik her, vom Qualitätseindruck her. Da könnte durchaus auch ein Emblem eines der etablierten Mitbewerber in diesem Segment dran montiert sein.

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Auch unter dem Blech ist der Maxus auf der Höhe, ist robust und sicher gebaut und ausgerüstet mit den gängigen Assistenten bezüglich passiver und aktiver Sicherheit (ABS, ESP, Notbremsassistent, etc.), aber auch Klimaanlage und Radio ist serienmässig dabei.

Nach chinesischem Standard hat der Maxus 5 Sterne, aber auch nach dem für uns wesentlichen europäischen Standard NCAP sind es aktuell 3 Sterne; nicht schlecht für einen Lieferwagen.

Der Elektromotor leistet 92 kW (125 PS) mit einem Drehmoment von 320 Nm ab Stand.

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Lieferbar ist der 5.70m lange Kastenwagen (Radstand 3.85m) in zwei Höhen (2.345 und 2.55m). In den 3.30m langen Laderaum können 950 Kg zugeladen werden. Eine seitliche Schiebetüre ist dabei, eine auf der linken Seite kann hinzubestellt werden (Fr. 600). Ausser den beiden Kastenwagen ist auch ein Châssis/Kabine erhältlich, das dann in der Schweiz karossiert werden kann (Brücke, Kipper etc.).

Die Aufpreisliste ist erfreulich kurz: Metallicfarbe (750) oder jede gewünschte RAL-Farbe sind erhältlich (1‘300 / 2‘000 Franken) und der 10“-Bildschirm und die Rückfahrkamera kosten 900 Franken, wobei dort auch ein Navi integriert werden könnte, erklärte Herman Claes.

Bezüglich Technik und Grösse ist der Maxus EV80 vergleichbar mit Renault Master Z.E., VW e-Crafter oder MAN eTGE, wobei diese aber teurer, teilweise wesentlich teurer sind.

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Zielpublikum sind Lieferdienste, Transportunternehmen, öffentliche Betriebe, ökologisch interessierte Firmen, Personaltransporter (Hotels, Schulen) und Mietwagenfirmen.

Mit der 56 kW-Batterie soll der Maxus leer bis 192 Km weit kommen, mit halber Beladung 150 Km und voll beladen mit Anhänger immer noch 115 Km. Für Liefer- und Kurierdienste ist das mehr als genug. Umsomehr, als zu jedem Fahrzeug eine Ladestation mitgeliefert wird, sodass auch tagsüber bei Pausen aufgeladen werden kann oder könnte.

Die Garantien sind vertrauenerweckend: 5 Jahre oder 100‘000 Km auf das Fahrzeug (auch Pannenhilfe) und 8 Jahre oder 100‘000 Km auf Batterie und Antriebsstrang.

Wer sich schon mal die Preise eines europäischen Elektro-Lieferwagens angeschaut hat, wird nun positiv überrascht sein; denn den Maxus EV80 gibt’s schon ab 64‘700 Franken, Châssis/Kabine sogar ab 62‘500 Franken.

Das macht doch alles den Eindruck einer seriös durchdachten und gut vorbereiteten Sache, die Lancierung des Maxus EV80. (In China heisst der Maxus übrigens Dàtóng).

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(Keine Bange! Es stand die ganze Strassenbreite zur Verfügung :) )

Ein erster Probegalopp mit dem neuen 3.5-Tonner zeigt das für den Stadtverkehr wichtige Temperament des Elektromotors. Das Gewicht spürt man beim Fahren, logisch, aber die Kurvenneigung und das Bremsverhalten bei Vollbremsung machen einen guten Eindruck. Auszusetzen haben wir wenig: Vielleicht hätte man sich den Innenspiegel sparen können, denn die Rückwand ist ja geschlossen. Ein Brillenetui z.B. oder eine Ablage hätte da mehr Sinn ergeben.

Bestellen kann man ab sofort. Die im August bestellten Fahrzeuge kommen im November. Für heute bestellte EV80 muss mit 4 Monaten Lieferfrist gerechnet werden. Wenn dann mal in Antwerpen ein gewisser Stock vorhanden ist, kann das auch schneller gehen. Batterielieferprobleme gebe es bei SAIC / Maxus nicht.

Der Vertrieb erfolgt über 15 Händler (25 bis Ende 2020), wobei in der Romandie noch Aufholbedarf besteht.

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Wie geht’s weiter?

Ab März 2020, also in einem halben Jahr, kommt der EV30, ein kompakter Elektro-Kastenwagen mit zwei Radständen, mit 85kW-Motor und zwei verschieden grossen Batterien. Je nach Einsatzzweck wählt man 35 kW oder 52,5 kWh. Selbst mit dem kleinen Akku kommt man dann 220 km weit.

Bereits im Juni 2020 kommt der EV90, mit Batterien von 52 und 73 kW Leistung, 150 kW-Motor mit 310 Nm Drehmoment und 200 und 260 Km Reichweite. Der EV90 ist lieferbar in verschiedenen Segmenten bis L3H3.

Es ist also anzunehmen, dass die Maxus-Fahrzeuge bald zum gewohnten Strassenbild gehören.

Heiny Volkart, VOLKARTpress – zuendung.ch


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