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Wohlfühloase

Published on Februar 21st, 2010 | by zuendung

Wohlfühloase

Der Toyota Prius ist ein grossartiges Auto. Er hat allerdings zwei entscheidende Probleme: Die Benzinmotoren der konventionell angetriebenen Konkurrenz werden immer effektiver und er ist zu klein. Nicht zu klein, um vier Personen bequem unterzubringen. Aber zu klein, um aus dem Hybridkonzept tatsächlich Profit zu schlagen. Dieses Problem hat der Konzernbruder Lexus RX 450h nun wirklich nicht. Mit 4,77 Meter Länge und einer Höhe von 1,68 Meter ist er eine stattliche Erscheinung. Ein Blick auf die Waage enthüllt, dass er mit 2,2 Tonnen auch nicht gerade leicht ist.


LED: Beim Abblendlicht vertraut Lexus auf modernste Technik

Im Volksmund werden solche Ungetüme gerne als Offroader bezeichnet. Doch wer sich um halb Neun morgens in das Bankenviertel einer x-beliebigen Schweizer Stadt begibt wird feststellen, diese Fahrzeuggattung ist primär "on road" unterwegs. Lexus ist also nur konsequent, auf Geländefeatures wie mechanische Sperren, Bergabfahrautomatik oder Untersetzungen gleich ganz zu verzichten. Auch die montierten Niederquerschnittreifen schreien nicht gerade nach dem nächsten Abenteuer im europäischen Unterholz. Schon seit 1998 ist man mit dem RX gemäss diesem Konzept unterwegs. Die Japaner gehen beim RX 450h sogar so weit, die mechanische Verbindung zwischen Benzinmotor und Hinterachse ganz wegzulassen. Stattdessen wird diese bei Bedarf von einem Elektromotor angetrieben, der eine Leistung von 68 PS bereitstellt. Zusammen mit dem Benziner (3,5 Liter V6, Atkinson-Prinzip, 249 PS) und dem zweiten Elektromotor (167 PS) spricht man bei Lexus von einer Gesamtleistung von 299 PS. Damit dürften selbst 2,2 Tonnen relativ flott unterwegs sein.


Echtholzeinlagen: Mit dem Klarlack dürfte man ruhig noch etwas sparen

Als ich mich ein erstes Mal in den Kommandostand des grossen weissen SUV begebe, verspüre ich allerdings gar keine grosse Lust, sportlich unterwegs zu sein. Hier drin ist alles auf Luxus ausgerichtet, es duftet nach Leder und man sitzt sofort sehr bequem. Zudem sind die Sitzgelegenheiten beheizt und gekühlt. Dann fällt mein Blick auf die Holzteile, die mit so viel Klarlack überzogen sind, dass sie auf mich künstlich wirken. Im Zusammenspiel mit der hellen Innenausstattung lässt der Luxusliner keine Zweifel offen; Der Lexus RX ist vor allem in den USA zuhause. Doch hat er das Zeug, die Kundschaft auch in Genf, Lausanne, Bern, Basel und Zürich zu überzeugen? Sicher werden es die Damen und Herren schätzen, dass man nicht nur auf eine Rückfahrkamera, sondern auch eine im Seitenspiegel zurückgreifen kann. Bei fast 1,9 Meter Breite und der heute üblich gewordenen Unübersichtlichkeit, kann man so das rechte vordere Fahrzeugende mehr als nur erahnen.


Weiss auf weiss: Die Lackierung lässt den RX 450h etwas kleiner scheinen

Beim Fahren funktioniert das dann erstaunlich intuitiv. Obwohl die Lenkung sehr wenig Rückmeldung über den Strassenzustand liefert, lässt sich der weisse Riese präzise dirigieren. Das Fahrwerk ist spürbar auf Komfort ausgelegt, was abgesehen vom Überfahren kurzer Unebenheiten sehr gut funktioniert. Eine sehr bequeme Sache. Der Abstandstempomat macht das Reisen auf der Autobahn noch komfortabler, auch wenn eine Erweiterung für den Stop-and-Go-Verkehr wünschenswert wäre. Gerade dort liegen ja sowieso die Stärken des Hybridkonzepts. Im Stau spart der dreimotorige Lexus am besten. Und wenn sich der dichte Verkehr dann auflöst, beschleunigt er vehement, wenn auch die Geräuschkulisse stets sehr dezent bleibt. Tatsächlich muss man bei normaler Fahrt ganz genau hinhören, will man das entfernte Fauchen des V6 hören. Vom Zu- und Abschalten des Aggregats würde man ebenfalls praktisch nichts mitkriegen, würde nicht das Display auf sehr verständliche Weise illustrieren, in welchem Modus der komplexe Antriebsstrang gerade arbeitet.


Lautlos: Bei dieser Anzeige bewegt sich der Lexus rein elektrisch

Und wie effizient arbeitet das Hybridkonzept im Lexus RX 450h tatsächlich? Natürlich ist der sensationell tiefe Wert (6,3 L) der Werksangabe unerreichbar. Erstens werden diese Normverbräuche unter Laborbedingungen ermittelt und zweitens lagen die Temperaturen während der gesamten Testdauer im Minusbereich. Bei zurückhaltender Fahrweise lande ich bei 9 Litern, etwas flotter bewegt resultieren 9,5 Liter. Angesichts der Leistung, des Gewichts und der schieren Grösse ist das ein beachtlicher Wert. Der in Sachen Leistung, Grösse und Gewicht durchaus ähnliche BMW X6 xDrive35i brauchte in unserem Test fast das Doppelte.


Blau: Nur das eingefärbte L deutet auf den Hybridantrieb hin

Der Grundpreis des Topmodells der RX-Palette liegt mit 103'500 CHF in der Limited Version schon relativ hoch, wobei dann schon eine grosszügige Ausstattung serienmässig ist. Der Testwagen kommt auf 116'000 Franken und ist zusätzlich mit einem Pre-Crash-System, Head-Up Display und aktiven Stabilisatoren ausgerüstet. Serienmässig ist dagegen das gut funktionierende Navi, das sich über einen der Computermaus ähnelnden Computer recht intuitiv bedienen lässt.

Der Lexus RX 450h überzeugt wie sein viel kleinerer Verwandter im Geiste durch eine technisch ausgereifte Hybridtechnik. Ausserdem ist er für seine Insassen nicht bloss Fahrgerät, sondern auch Rückzugsort und Entspannungsmobil. Und wer unbedingt morgens um halb Neun mit einem 2-Tönner an die Arbeit fahren will, tut das garantiert umweltschonender, wenn er diesen Lexus fährt. Das Sparpotential gegenüber ähnlich motorisierten SUV ist gewaltig. Auch der konventionell befeuerte kleinere Bruder RX 350 dürfte sich deutlich mehr genehmigen. Von jenem unterscheidet sich der Hybrid übrigens optisch nur durch das blaue Lexus "L" und einen Lüftungsschlitz direkt unter dem verchromten Kühlergrill.


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