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23. April 2026

Das unvermeidliche Wortspiel – mit dem K4 in den K4

Kia | 0 Kommentare

Irgendwas mit Klavier muss bei diesem Namen in den Titel; oder einfach etwas mit K4? Hauptsache Wortspiel. Schon sein Vorgänger Ceed, der sich anfänglich noch mit Apostroph am Anfang schrieb, gab durch seinen Namen zu reden. Dabei ist der Kia K4 bei genauerem Hinsehen gar kein neues Auto, zumindest nicht, wenn man es global betrachtet. […]

Irgendwas mit Klavier muss bei diesem Namen in den Titel; oder einfach etwas mit K4? Hauptsache Wortspiel. Schon sein Vorgänger Ceed, der sich anfänglich noch mit Apostroph am Anfang schrieb, gab durch seinen Namen zu reden. Dabei ist der Kia K4 bei genauerem Hinsehen gar kein neues Auto, zumindest nicht, wenn man es global betrachtet. Der Kompakte ist in Nordamerika bereits seit 2024 auf dem Markt. In Europa scheinen die Südkoreaner für den Moment den Fokus stärker auf den Ausbau ihres Elektro-Portfolios gelegt zu haben. Doch jetzt kommt er doch noch, der für die Schweiz komplett neue Kia K4. Und ich darf ihn testen.

K4: Diesen für Europa ganz neuen Namen sollten wir uns merken

Zunächst geht es um den Fünftürer, wenig später wird Kia noch die Kombiversion nachschieben. Das Design ist sofort erkennbar, wenn man mit den in den letzten Jahren eingeführten Markeninsignien vertraut ist. Die grossen Scheinwerferabdeckungen ziehen sich in den Grill, nach hinten bis über den Radlauf und tief hinunter in den Stossfänger. Im unteren Teil liegen die Hauptscheinwerfer, das Tagfahrlicht präsentiert derweil den „Starmap“ genannten Look. Die tief heruntergezogene Front wirkt sportlich. Schwarz abgesetzte Schweller und Spiegel führen das Auge des Betrachters nach hinten zu einer ebenfalls schwarzen Blende in der C-Säule. Ganz hinten wirkt das Heck wie abgeschnitten, was für ein eigenständiges Aussehen sorgt.

Es gibt ihn noch: Via klassischen Automatikhebel wählt man die Fahrstufen des Doppelkupplunggetriebes

Der brandneue C-Segmenter ist natürlich auch wegen seiner Farbe keine graue Maus. Sparkling Yellow heisst der Farbton, sieht in der Praxis aber recht goldig aus. Schön, dass die Autos wieder etwas farbiger werden. Motortechnisch ist der K4 aber fast eine Reise in die Vergangenheit. Kein Voll- oder PlugIn-Hybrid, sondern ein klassischer 1,6-Liter Vierzylinder mit Turbo bringt hier seine 180 PS via Doppelkupplungsgetriebe auf die Vorderräder. Bekanntes muss nicht schlecht sein, im Gegenteil. Das gilt eigentlich für das ganze Fahrzeugkonzept.

Über Schönheit mag man streiten, eigenständig ist das Heck des Kia K4 auf jeden Fall

Nach diversen SUV-Testwagen überrascht mich die tiefe Sitzposition im Kompakten zunächst. Doch wie man es von Kia kennt, ist hier alles an seinem Ort. Keine Touchexperimente, keine Suchspiele, so mag man das. Nur über das kleine Klimadisplay zwischen Tacho und Hauptbildschirm kann man sich streiten. Doch die wesentlichsten Dinge (Temperatur seitengetrennt, Lüftertempo) lassen sich per Tasten regulieren. Hier gibt es sogar noch einen fast schon archaisch wirkenden Wählhebel. Ich stelle ihn auf D.

Starmap: Die Tagfahrsignatur weist das typische Kia-Design auf

Unspektakulär geht es los. Ich steuere den K4 aus der Tiefgarage, biege auf die Hauptstrasse ein und folge den Navi-Anweisungen. Zuvor habe ich mein Telefon über kabelloses Carplay mit dem Auto verbunden. Auch das funktioniert einfach und logisch. Auf der Autobahn gilt es, den HDA zu testen. Highway Drving Assistant ist Kia-Sprache für die Kombination verschiedener Assistenzsysteme, die besonders auf Schnellstrassen sinnvoll sind. Spurhalteasisstent, Spurwechselassistent, Totwinkelassistent, Tempolimitassistent und Co. arbeiten im Verbund mit dem adaptiven Tempomat zusammen. Das funktioniert so gut, dass ich in Zürich Brunau fast ein wenig enttäuscht bin, jetzt wieder selber mehr Fahraufgaben übernehmen zu müssen.

Sparkling Yellow: Vor allem wirkt der leuchtende Farbton recht goldig

Zielsicher leitet mit die Google-Navigation in den Kreis Cheib, wo es die besten Burger Zürichs gibt. Die eingebaute Navigation ist übrigens nicht schlecht, sie verfügt aber über einen optisch etwas angegrauten Stil, der mir weniger zusagt. Zusagen tut mir hingegen die Speisekarte von The Bite und dies schon seit Jahren. Nur wird das Parkieren in der Umgebung zunehmends schwieriger, die Plätze in der Brauerstrasse direkt neben dem Lokal sind ebenso verschwunden wie jene in der Zeughausstrasse. Mit Glück finde ich einen Platz beim Helvetiaplatz, wo an diesem Abend auch noch das Parkhaus Probleme mit der Belegungssoftware zu haben scheint. Der K4 von Kia unterstützt mich im K4 von Zürich mit Sensoren und Kameras rundum. Parkieren leicht gemacht.

Auffällig: Die hinteren Türen sind ungewöhnlich lang, das Heck steil abgeschnitten

Eher unpraktisch dagegen: Die langen hinteren Türen. Sie ziehen sich bis weit über den Radlauf und mögen die optische Linie strecken. Um aus dem Fond auszusteigen, muss man sie aber so weit öffnen, dass die Parklücke mit Bedacht gewählt sein will. Wer Kinder hat, sollte sich das auf jeden Fall genau anschauen. Ohne lange zu schauen wähle ich den Burger namens Rocco Siffredi, der fast so pornös schmeckt, wie er heisst. Doch zurück zum seriösen Gefährt aus Südkorea. Der ist nämlich genau genommen ein Mexikaner, wird er doch in Monterrey (Nueva León) hergestellt.

Aufgeräumt: Einmal mehr präsentiert uns Kia ein gut gemachtes und praktisches Interieur

Dort wird übrigens auch der kommende Kombi namens Sportswagon gebaut, wobei dieser exklusiv für den europäischen Markt eingeführt wird. Schon der Hatchback hat mit 440 Liter Kofferraum ordentlich Stauvolumen, das sich durch Umklappen der Rückbank noch erweitern lässt. Zudem hilft eine (ziemlich winzige) Durchreiche beim Transport langer Gegenstände. Mit 4,44 Meter gehört er zu den längeren Vertretern der Kompaktklasse, ein Golf ist 16 Zentimeter kürzer, ein Astra immerhin noch deren 4. Tatsächlich ist er mit 143 Zentimeter relativ flach (Golf 148, Astra 146), was zusammen mit der langen Haube für einen dynamischen Auftritt sorgt. Dafür verantwortlich ist mit Karim Habib der ehemalige BMW-Designer.

18 Zoll: Die GT-Line bringt hübsche felgen mit sich

Die ganz grosse Freude am Fahren kommt mit dem K4 vielleicht nicht auf. Doch das kann auch nicht die Erwartung sein. Alles ist solide gemacht. Die Lenkung ist präzise, die Bremse packt ordentlich zu, die Fahrwerksabstimmung ist komfortabel aber nicht zu weich. Praktische Details wie das Bild der seitlichen Kamera beim Blinken, 4 USB-C-Buchsen, genügend Ablagen und die als Kleiderbügel nutzbaren Sitzrückseiten. Und auch die Sitze selbst passen mit ihrer guten Konturierung und angenehmen Polsterung passen ins Bild. Für sommerliche Temperaturen sind sie beim Testwagen sogar noch belüftet.

Dynamisch: Die GT-Line verleiht dem K4 optisch das gewisse Etwas

Am Ende steht da ein attraktiv gestyltes Auto mit einem routiniert gemachten Antrieb vor mir. Auch wenn die Argumente für nicht elektrische oder nicht wenigstens teilelektrifizierte Fahrzeuge praktisch täglich weniger werden, gibt es immer noch Teile der Kundschaft, die sich genau das wünschen. Der Wunsch wurde vielleicht mit den aktuellen Benzinpreisschwankungen etwas kleiner, verschwunden ist er nicht. Und genau da trifft der Kia K4 einen Nerv. Es gibt ihn für 41’950 Franken. Wenn er so wie der Testwagen ausgestattet sein soll, kommen noch Sparkling Yellow (750.-), Glasschiebedach (1500.-), Ambiente Pack mit Harman/Kardon Sound und Ambientebeleuchtung (800.-), Premium Seat Pack (Sitzbelüftung vorne, Sitzheizung hinten, Ledersitze 1000.-) und Swiss Tech Pack GT-Line (18“ Felgen, 360° Kamera, HeadUp-Display, etc. 2000.-) dazu. Für 48’000 ist der GT-Line dann definitiv kein Sonderangebot mehr.