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Einen Defender zum Mitnehmen, bitte!

Published on November 16th, 2011 | by zuendung

Einen Defender zum Mitnehmen, bitte!

Die wärmsten Tage des Jahres sind die richtigen, um seine Gedanken in Richtung Winterwagen zu lenken. Nach den letzten grossen Abenteuern wie Alfa 33 4×4, Panda 4×4 – und dem wunderbaren Discovery – sollte der kommenden Schneesaison mit etwas Richtigem begegnet werden. Der Alfa erlag seinen Korrosionsschäden, der Discovery, ein feiner Wagen übrigens, liess es sich mit 19,8 Litern pro 100 Kilometern gut gehen. Der Panda, hm, ich frag mich grad was falsch war mit ihm. Jedenfalls lag die Antwort auf die Frage nach der besten Winterjacke mit vier Rädern auf der Hand: „Land Rover Defender, the best 4x4xfar!“


Sachverständige rieten unbedingt zum Kauf. Allerdings eher gefühlsbetont denn mit Qualitäts- oder Komfortargumenten. Auch die Preise – selbst ältere (fahrbare) Ausgaben erfordern Summen jenseits der grossen Drei – verführen nicht unbedingt zum Spontankauf. „Unbedingt einen ohne viel Elektronik kaufen, auf keinen Fall einen neuen Vierzylinder“, rät man. Die Verkaufsplattformen jedoch bieten hohe Laufleistungen – meistens im Anhängerbetrieb – oder sonstwie unsachgerecht gehaltene Defender feil. Der tiefe Eurokurs verleitet zum Blick über die Grenzen. Einen 110er, der bei der spanischen Regierung im Einsatz stand ungesehen anliefern zu lassen ist mir zu heiss. Obwohl wenig Kilometer, sieht gut aus und attraktiv im Preis.


Beim fremdländisch klingenden Händler in Stuttgart stehen drei Defender. Ein Td5 entspricht meinen Traummassen. Geld ist bald der Tasche, U-Schild im Kofferraum. Vor Ort stellt sich dann heraus, dass der Td5 eben verkauft wurde. Daneben ein Td4 von 1998 mit Kampfspuren. Und ferner ein Td4 mit Baujahr 2008. Trotz Warnung ist bald klar, der dreijährige Td4 ist ein äusserst gepflegtes Fahrzeug, und mit leeren Händen heimfahren kommt nicht in Frage. Gekauft!



Der kräftige Diesel aus dem Ford Transit steht dem vier Meter kurzen 90 erstaunlich gut. Mit 132 km/h (elektronisch abgeregelt) kämpft sich der neue Winterwagen durch den Wind nach Schaffhausen. Freudig – alle Dokumente sind dreifach geprüft und perfekt ausgefüllt – erwarte ich den ersten Zollstempel. War’s das schon? Der deutsche Beamte: „Ja wartedse nur bisse zu de schweizer Kollege kommed!“ Tatsächlich, die Einfuhrdokumente wollen durch einen Spediteur ausgefüllt sein. Dann ist es ein Kinderspiel, 12% Einfuhr- und Mehrwertsteuer später hat der Defender eine neue Heimat. Insgesamt spart die Einfuhraktion knapp einen Drittel zu vergleichbaren einheimischen Angeboten.



Um eine Anhängekupplung erweitert stelle ich den schwarzen Land Rover beim Verkehrsamt vor. Problemlos, der Schnee kann kommen! Bereits ist er 3000 Schweizer Kilometer gelaufen. Bisher äusserst zuverlässig. Faszinierend ist, wie souverän der Defender erst wird, wenn fester Belag fehlt. Die Achsen verschränken bis zum Äussersten, sodass man eine Differentialsperre nicht wirklich vermisst. Erstaunlich ist, wie nach 60 Jahren Bauzeit viele Fehler wohl einfach zum Erlebnis Land Rover dazu gehören. Korrosion zwischen Alu und Stahl, ja selbst verzinkte Bauteile oxidieren! Die Pedale sind nicht zentriert. Und die steile Frontscheibe hat die Querbürste der Waschanlage nicht zum Wagendach hochgeleitet, sondern diese und damit die gesamte Waschanlage blockiert. Sehr zur Freude des Personals, das nach dem manuellen Eingriff klatschnass war.


Der linke Fahrerarm schmerzt übrigens bereits. Nicht etwa weil es zieht; Defenderfahrer grüssen sich eben – und wie es mir vorher nie aufgefallen ist, es gibt eine ganze Menge von diesen Menschen mit Nehmerqualitäten. In Gaydon, wo die Land Rover herkommen sagt man, zwei Drittel aller Landies stünden noch auf eigenen Rädern. Und bis zum endgültigen Aus 2015 sollen jährlich weitere etwa 25'000 Defender entstehen. Ich freue mich auf einen erlebnisreichen Winter.


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