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Published on April 22nd, 2017 | by Heiny Volkart

Flaggschiff

Flaggschiff

Als wir den 2008 erschienenen ersten Insignia testeten, nannten wir ihn Hoffnungsträger, denn Opel ging es damals nicht so gut, aber der Insignia war vielversprechend. Die Hoffnungen erfüllten sich und Opel nennt die soeben erschienene zweite Insignia – Auflage stolz Flaggschiff.

Die neu 4.90m lange Insignia – Limousine (Kombi sogar 4.99m) wird verglichen mit den früheren Opel-Flaggschiffen Kapitän, Admiral und Diplomat (KAD). Senator und Omega (letzterer übrigens genau gleich lang wie der neue Insignia) scheinen da irgendwie vergessen gegangen zu sein.
Sei’s drum: Der Insignia I hat da auch ganz anders eingeschlagen: 2008 erschienen, 2009 Car of the Year, 930‘000 verkauft, davon 12‘000 in der Schweiz. Klar, dass der Nachfolger jetzt, 9 Jahre später, gewaltig zulegen muss. Wie die Presse kürzlich hören und erfahren durfte, ist das ganz offensichtlich gelungen. Denn «der neue Insignia hat nicht nur ein Facelift erfahren, sondern ist ein neues Auto», sagt dazu der Senior Carline Manager Samuel Duc.

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Basierend auf dem 2013 gezeigten Monza Concept wird der neue Insignia 10% weniger Treibstoff verbrauchen. Man erwartet wieder rund 60% Kombi (= Sports Tourer) und 40% Limousinen. 60 bis 70% aller Insignia gehen an Flottenbesitzer, die vorwiegend Kombis kaufen, aber auch für User-Chooser hat man ein geeignetes «Gerät» bereit (2-Liter Turbo, Allrad, 260 PS, Excellence-Ausstattung, 8-Stufen-Automat, unter 50‘000 Franken).

Der neue Insignia ist voller Innovationen: Intelligenter Allradantrieb mit radindividueller Kraftverteilung (Torque Vectoring), Achtstufen-Automat, modernste Assistenten inkl. Fussgängererkennung, Head-Up-Display auf die Scheibe (funktioniert), nicht nur auf ein Plasticscheibchen, aber auch Sicherheits-Features wie zum Bespiel die aktive Motorhaube, die sich bei einem Aufprall anhebt, um mehr Distanz zu harten Motorteilen zu schaffen. Der neue Insignia ist länger und breiter geworden, aber auch 3 cm niedriger, was dann einen hervorragenden cw-Wert von 0.26 (!) ergibt.

Das bekannte OnStar ist ein Jahr lang gratis und kann dann für 119 Franken im Jahr abonniert werden. Neu ist «Opel Exclusive». Dieses System ermöglicht eine absolute Individualisierung des Insignia. So ist z.B. jede Farbe möglich, auch die der gerade aktuellen Krawatte, womit jeder Insignia zu einem Unikat wird.

Thomas Lipp, der Program Engineering Manager Opel, erläuterte den Epsilon2-Architektur genannten Insignia-Aufbau: 175 Kg leichter (Kombi -200 kg), allein die Rohkarosserie ist um 59 leichter als beim kleineren Vorgänger. Trotzdem ist unser erster Testwagen 1‘807 Kg schwer.
Das Auto ist 29mm niedriger, die Kopffreiheit ist aber um 8mm gestiegen. Man sitzt 23 bis 30 mm tiefer, hat mehr Beinfreiheit (+25mm) und geniesst mehr Innenbreite, um 25 bis 32mm, obwohl das Auto nur um 7mm breiter geworden ist.
Der Kofferraum misst maximal 1‘450 Liter in der Limousine, 1‘665 Liter im Sports Tourer.

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Die Motorenpalette umfasst 1500er Turbobenziner mit 140 und 165 PS (ab CHF 32‘300), sowie den 2-Liter Turbo mit 260 PS. Zwei 1600er Diesel mit 110 und 136 PS kosten ab 34‘300 Franken, der 2-Liter Diesel mit 170 PS kostet 39‘000 Franken, mit Allradantrieb 2‘500 Franken mehr.
Es wird 6- und 8-Stufenautomaten geben zu 2‘000 und 2‘500 Franken Aufpreis. Der Kombi (Sports Tourer) kostet immer 1‘300 Franken mehr als die Limousine.

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Wir hatten Gelegenheit, die Allradversion des 2-Liter-Diesels mit 170 PS zu fahren. Er verfügt über ein solides Drehmoment und ermöglicht in jeder Lebenslage gute und unaufgeregte Beschleunigung, wirkte nie gequält und könnte die geeignete Motorisierung sein für den Aussendienstler oder Familienvater, der oft beladen in hügeligem Gelände oder gebirgiger Umgebung fährt. Immerhin wiegt er leer 1‘807 Kg, beladen sogar 2‘280 Kg. Ob da der Basisdiesel mit 110 PS genügt? Die 170 PS-Version lief sehr ruhig und war kaum als Diesel zu erkennen, selbst bei Kaltstart am frühen Morgen.
Für den Kombi (Sports Tourer) könnten später noch weitere Dieselvarianten lieferbar werden.

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Wir konnten auch das aktuelle Topmodell fahren, den 2-Liter-Turbo-Benziner mit 260 PS und Allradantrieb. Mit den 400 Nm Drehmoment macht der echt Fahrspass. Der serienmässige 8-Stufen-Automat schaltet fein und zuverlässig. Mit Schaltwippen am Lenkrad kann das Schalten aber auch individualisiert werden. Knistergeräusche aus dem Armaturenblock dürften auf das Vorserienauto zurückzuführen sein.

Die AGR-Sitze (Aktion gesunder Rücken) sind selbstverständlich. Die Fahrwerkkennung kann auf Tastendruck verstellt werden (Tour, Normal, Sport). Bei der Stellung «Sport» haben sich aber Beifahrer beklagt über das harte Abrollen.

Wenn man nachts das Auto aufschliesst, begrüsst es einen mit einer Begrüssungslicht genannten Lichtshow. «Wird gerne angenommen», meint dazu der zuständige Licht-Ingenieur von Opel, das sei ein Trend, der immer mehr komme. Nun, es soll Leute geben, die es lieber etwas diskreter haben.

Die richtig sportlich dynamischen, aber doch eleganten, begrüssungsfreundlichen, neuen Insignia können ab sofort bestellt werden. Auslieferungen finden ab 30. Juni statt.

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IntelliLux LED Matrix-Licht

Dieses Lichtsystem mit dem Marketing-Namen ist bereits vom Astra her bekannt und ist effektiv eine automatische Abblend- und Fernlicht-Ausschaltung. Was so simpel tönt, ist echte Hi-Tech, die verblüfft und tadellos funktioniert. In Deutschland ist jeder dritte Astra mit diesem Lichtsystem versehen, in der Schweiz gar jeder zweite und in Norwegen seien es sogar 80% aller Astra.
Während der Astra noch links und rechts über je 8, also total 16 LED-Segmente verfügte, sind es beim Insignia nun 2 mal 16, also 32 LED-Segmente, wie uns Ingolf Scheider vom Engineering Exterior Lighting bei Opel in Rüsselsheim erklärte. So passen sich die Lichtfunktionen noch präziser den jeweiligen Verkehrssituationen an, die Übergänge verlaufen schneller und präziser. Die Lichtreichweite beträgt 400 Meter.

Während einer ausgedehnten Nachtfahrt in der Romandie haben wir das neue und verbesserte System ausprobiert. Wir sind alles mit automatisch eingeschaltetem Fernlicht gefahren und nie hat uns ein entgegenkommendes oder vor uns fahrendes Auto signalisiert, wir würden blenden. Es war im Gegenteil verblüffend festzustellen, wie schnell und individuell das System einzelne Sektoren (von den 32) abschaltet und einschaltet. Man verfügt so immer über maximale Lichtausbeute, ohne jemanden zu stören oder zu belästigen.
Das IntelliLux LED Matrix-Licht kostet 1‘800 Franken Aufpreis, (was wesentlich weniger sei als nicht immer einwandfrei funktionierende Systeme von Mitbewerbern, verlautete aus dem Umfeld).

Auch wenn wir jetzt nur 2 Tage (und eine halbe Nacht) lang mit dem neuen Insignia unterwegs waren, wagen wir- wie vor 8 Jahren – die Prognose, dass das neue Opel-Flaggschiff wieder ein grosser Wurf wird und die Kunden nicht enttäuschen wird.

Heiny Volkart, VOLKARTpress, für zuendung.ch


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