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Praktisches Designerstück

Published on November 18th, 2010 | by zuendung

Praktisches Designerstück

Pininfarina, Giugiaro, Bertone, Bangle, De Silva oder Callum? Nein, Peter Schreyer hiess der Mann, der von den Lesern des britischen Car Magazine zum grössten Autodesigner der Gegenwart gewählt wurde. Natürlich arbeitete der Mann bei Audi, wo man seit einigen Jahren mit sehr gefälligen Formen operiert. Doch heute zeichnet der Deutsche für einen koreanischen Hersteller. Der Kia Venga ist eines der ersten Fahrzeuge der Marke, die in den Genuss der schreyerschen Formensprache kommen durfte.

Venga – Das klingt spanisch, nach Feuer und Emotionen. Doch der 4,07 Meter lange Wagen ist kein kraftstrotzender Sportwagen, sondern ein kleiner Van vom Schlage eines Opel Meriva. Langweilig? Ich würde sagen, dem Peter Schreyer ist so ziemlich die attraktivste Form gelungen, die man je an einem so kurzen Familientransporter gesehen hat. Vorne trägt er die inzwischen typisch gewordene Kia-Spange im Kühlergrill, flankiert von neugierig guckenden, scharf geschnittenen Scheinwerfern. Auf der Seite gefällt neben der dynamisch absinkenden Dachlinie die gezackte Sicke auf Schienbeinhöhe. Hinten kann der Kia den vorherigen Arbeitgeber seines Schöpfers dann nicht verleugnen. Die Rückleuchten erinnern definitiv an Audis Q-Modelle, wobei ein Plagiatsvorwurf nicht haltbar wäre.

Die Farbe Steel Gray passt bestens zum Koreaner. Schliesslich werden gerade die Fahrzeuge mit den vier Ringen sehr gerne in Grautönen bestellt. Was Audi sicher nicht hat, sind sieben Jahre Garantie. Tatsächlich macht der Wagen auf mich den Eindruck, ähnlich gewissen deutschen oder japanischen Produkten für die Ewigkeit gebaut zu sein. Im Gegensatz zu diesen erlebt man im Venga aber gerade im Innenraum noch eine gewisse Leichtigkeit.

Leicht geht auch das Fahren vonstatten. Schalten, kuppeln, bremsen, Gas geben: Alles funktioniert einfach und ohne unnötig grossen Kraftaufwand. Dazu passt ein Fahrwerk, das gar nicht erst versucht, allzu sehr auf Sportsgeist zu machen. Der kleine Van umrundet Kurven sicher und genau, jedoch ohne weitere Ambitionen. Da schmerzt es nicht so sehr, dass auch der 126 PS starke 1,6 Liter kein Dynamiker ist.

Doch muss ein solches Familien-Shuttle überhaupt speziell dynamisch sein? Zählen nicht andere Qualitäten? Ich kann mir vorstellen, dass gerade die Kids Gefallen am riesigen Panoramaglasdach finden. Im immerhin 420 Liter fassenden Kofferraum finden deren Sportausrüstungen locker Platz. Doch sind es vielleicht gar nicht die jungen Pärchen mit zwei Kindern, die sich den Venga in die Reihenhausgarage stellen. Mit seiner gefälligen Form, dem anständigen Platzangebot und der einfachen Bedienung bietet sich der Neuling gerade auch für ein älteres Publikum an. Dieses schätzt den bequemen Einstieg ebenso wie die Komfortfeatures à la Navi, Tempomat und Parkpiepser.

Das Navigationssystem gilt es aber extra zu berappen, was den Grundpreis von 30'600 zusammen mit dem tollen Glasdach und der Metallic-Lackierung auf nicht gerade supergünstige 35'350 CHF hebt. Ja, die Zeit der Korea-Billigautos ist definitiv vorbei. Das ist aufgrund der abgelieferten Qualität auch durchaus berechtigt. Dass aber ein praktisch identisch ausgestatteter Opel Meriva sogar noch etwas günstiger kommt, sollte den Strategen bei Kia doch zu denken geben. Ein weiterer Punkt, den man bei Kia verbessern könnte ist der Verbrauch von knapp 7,5 Liter.

Trotzdem bleibt ein positiver Eindruck vom Kia Venga 1.6 CVVT Style hängen. Die gebotene Qualtät überzeugt auch den letzten Korea-Zweifler. Das Auto funktioniert einfach, will ein treuer, bequemer Begleiter im Alltag sein. Dass der Venga dazu einfach richtig gut ausschaut, wird ihm sicher nicht zum Nachteil gereichen.


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