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Published on April 15th, 2019 | by Heiny Volkart

Aller guten Dinge …

Opel Grandland X Ultimate 1.6 / 180 AT8

Aller guten Dinge …

… sind Drei, richtig. Bereits zum dritten Mal nehmen wir einen Opel Grandland unter die Lupe und sind gespannt. Wissen möchten wir, ob wir das Auto immer noch loben können und vor allem auch, ob bezüglich der von uns kritisierten Punkte etwas geändert worden ist.

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Mitte 2017 wurde der Grandland X als Dritter Opel mit einem X im Namen vorgestellt. Im November 2017 fuhren wir ihn ausgiebig. Hier unser Bericht darüber: http://zuendung.ch/fahrbericht/x-mal-3/ Damals gab es lediglich zwei Motoren, einen 1200er Benziner mit 130 PS und 230 Nm Drehmoment, sowie einen 1600er Diesel mit 120 PS und 300 Nm.

Dass diese Palette noch erweitert würde, wussten wir schon 2017. Im März 2018 fand bereits der Media Launch statt für den Top-Diesel, einen 2-Liter, der 177 PS leistet und 400 Nm Drehmoment aufweist. Diese Variante testeten wir im Juli 2018 (http://zuendung.ch/fahrbericht/der-ultimative/). Sowohl die erste getestete Version als auch der Ultimate im Juli 18 waren von Haus aus schon gut ausgestattet. Die eingebauten Optionen läpperten sich aber zu einem ansehnlichen Betrag zusammen. So kostete der 120 PS-Diesel Ende 17 beachtliche 46‘160 Franken. Die Top-Version mit 177 PS kostete im Juli 18 dann schon knapp 50‘000 Franken.

Kostete der günstigste Grandland in der Basis-Ausstattung Mitte 2018 noch 27‘100 Franken, sind heute, März 2019, dafür bereits über 5‘000 Franken mehr (33‘200) anzulegen.

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Verunsichert durch die Betrügereien gewisser vor allem deutscher Autohersteller bei Dieselmodellen, wenden sich viele private Autokäufer vom Diesel ab und wünschen sich einen Benziner, aber einen mit etwas Dampf. Da konnte Opel mit dem 130 PS-Motörchen keinen Staat machen. Aber nun gibt es einen 1600er mit 180 PS, den wir nun als dritten Grandland X auch im Test hatten.

CHF 44‘800 sind dafür mindestens auszugeben in der Top-Variante Ultimate. Neben der üblichen guten Serienausrüstung ist in diesem Preis die 8-Stufen-Automatik bereits enthalten. Das Drehmoment ist mit 250 Nm bei 1‘650 U/min nur unwesentlich besser als beim kleinen 1200er (230/1‘750). Die Fahrleistungen, sprich Höchstgeschwindigkeit und Paradesprint, sind allerdings – mindestens auf dem Papier (wir haben’s nicht selbst gemessen) – wesentlich besser (220 Km/h zu 188 und 8.0 zu 10.4 Sekunden von 0 auf 100). Auch der 177 PS-Diesel kann da nicht ganz mithalten.

Allerdings befanden wir schon den 120 PS – Diesel als durchaus flottentauglich und den souveränen 2-Liter-Diesel dann als geeignet für den Gruppenchef. Wem geben wir nun den 180 PS – Benziner? Wir sind gespannt.

Unser Testwagen, der Ultimate 1.6/180 kostet 44‘800 Franken. Da waren noch eine ganze Reihe an Optionen dazu gepackt worden, z.B. ein Allroad-Paket (300), Sicherheitsnetz (350), Adaptiver Geschwindigkeitsregler mit Stopfunktion (800), Premium AGR-Sitze (1‘600), Denon Sound System (800), CD-Player, Wireless Charging (für Smartphones). Dabei sind auch Fussraumteppiche (muss man echt separat bezahlen!), ein Panorama-Sonnendach, das man aber nicht öffnen kann (350) und eine Premium-Lackierung, die mit 1‘370 Franken sogar noch 500 Franken teurer ist als Metallicfarbe. Damit kommt der Testwagen auf CHF 51‘285 zu stehen.

Mit eingebaut war übrigens das Opel-Fahrern bestens vertraute OnStar-System. Es war bis jetzt im Kaufpreis eingeschlossen und das Abonnement für den Dienst im ersten Jahr gratis. Ab zweitem Jahr waren dann, wenn man das wünschte, 120 Franken im Jahr zu bezahlen für das Abo. Das OnStar-System kommt noch GM her und wurde von Peugeot nicht mitgekauft bei der Übernahme von Opel in die PSA-Gruppe. Der Dienst wird darum per Ende 2020 eingestellt. Warum jetzt aber Opel für das bisher im Kaufpreis inbegriffene OnStar neuerdings 560 Franken kassiert, ist völlig absurd. Der Dienst wird in gut 1 ½ Jahren eingestellt und die SOS-Taste ist sowieso vorgeschrieben für alle neuen Autos. Am ehesten zu erklären ist diese Absurdität damit, dass PSA wünscht, dass niemand das noch mitkauft, damit Ende 2020 bei Abstellen von OnStar möglichst wenige neue Autos das System noch eingebaut haben und allfälliges Wehklagen weniger wird? Oder sollen Grandland-Fahrer mit den 560 Franken Aufpreis «gestraft» werden, weil das Schwestermodell Peugeot 3008 ja kein OnStar hat?  Seit Inkrafttreten dieses hohen Aufpreises raten Opel-Verkäufer ihren Kunden jedenfalls von einer Bestellung ab. Für die noch verbleibende Zeit lohnt es sich nicht.

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Kofferraum leer …. und …

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… Kofferraum voll

Auch der neuste Grandland X ist immer noch gleich lang, breit und hoch wie bei Erscheinen vor bald zwei Jahren (4.48m, 2.10m mit Spiegeln, 1.61m). Aber andere Zahlen haben sich leider etwas verschlechtert. Wies der 1200er-Diesel noch eine Zuladung von sagenhaften 607 Kg auf, standen beim 177 PS-Diesel dann im Prospekt noch 515 Kg. Im Fahrzeugausweis standen aber nur 435 Kg. Beim aktuellen Testwagen sind es 454 Kg, die man zuladen kann. Bei den Technischen Daten in der Preisliste werden allerdings zu hohe 520 Kg genannt. Warum kann man das nicht ehrlich angeben?

Fahreindrücke

Zurecht gefunden haben wir uns schnell. Sitzen tut man gut auf den AGR-Sitzen (AGR = Aktion Gesunder Rücken). Sie lassen sich elektrisch einstellen und stützen bis in die Kniekehlen. Der Zutritt ins Innere erfolgt schlüssellos. Leider aber nur via Vordertüren. Wer Mantel oder Einkaufstasche vor dem Einsteigen auf den Rücksitz legen will, muss erst eine Vordertüre entriegeln. Schade.

Der Druck auf den Motorstartknopf muss relativ lange erfolgen, ebenso beim Abstellen des Motors. Beim sanften Wegfahren bleibt der Motor sehr diskret, braucht man dann mehr Dampf, um die leer über 1.5 Tonnen zu beschleunigen, tönt der Peugeot-Motor gequält. Zwar beschleunigt das Auto gut, aber der gequälte Eindruck wird noch verstärkt, weil das Getriebe lange nicht hochschaltet. Auch wenn man den Fuss lüpft, um rascher den nächsthöheren Gang zu erreichen, schaltet das Getriebe sekundenlang nicht. Das ist wohl nicht die Souveränität, die sich die Käufer dieser 180PS-Version gewünscht haben.

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Die umfassende Serienausstattung der Top-Version Ultimate wird unterwegs sehr geschätzt. Einiges fehlt aber nach wie vor: Das LED-Matrixlicht, das es im Astra gibt, im Insignia und neuerdings auch im neuen Corsa und das, obwohl es ganz anständig Geld kostet, von sehr vielen Autokäufern mitbestellt wird, gibt’s leider im Grandland nach wie vor nicht. Das im Ultimate serienmässige adaptive LED-Fahrlicht ist da kein Ersatz, vor allem wenn man in der zweithöchsten Version Excellence dafür auch noch 1‘300 Franken bezahlen müsste. Auch ein Head-Up-Display wird von etlichen Fahrern nach wie vor vermisst. Bei über 51‘000 Franken Endpreis müsste das fast noch Platz haben.

Radiohören kann man natürlich sehr gut. Serienmässig ist eine Kombination aus Radio, Navi und Telefon. In unserem Testwagen ist dann noch ein Premium Sound System von Denon eingebaut, das 800 Franken zusätzlich kostet. Am grossen Display ist zwar die eingestellte Radiostation gut lesbar, der Songtitel und der Interpret sind aber in einem derart blassen Hellgrau gehalten, dass diese Zeilen am Tag kaum lesbar sind und nachts etwas besser, aber auch nicht gut. Wäre sicher leicht zu ändern, wird aber nicht gemacht. Schade.

Nichts mit dem Motor zu tun hat, dass die Ladekante für den Kofferraum recht hoch ist (78.2 cm). Gerade riesig ist der Laderaum aber auch nicht (520 lt. gemäss Tech. Daten). Immerhin haben die Einkäufe Platz.  Siehe Fotos oben.

Ist das Auto mal im Schwung, mit 120 auf der Autobahn zum Beispiel, dann läuft der Grandland komfortabel und leise. Dass die montierten Conti-Winterreifen sehr laut seien, bemängelte zur Abwechslung mal nicht der Testfahrer, sondern die Beifahrerin.

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Der Prospekt nennt einen kombinierten Verbrauch von 5.8 Lt. Wir gehen davon aus, dass der Tank bei Übernahme des Wagens voll war. Bei vielleicht 10% Kurzstrecken, 40% Landstrassen und 50% Autobahnen ist der Verbrauch von 8.6 Liter definitiv viel zu hoch, auch wenn man noch 2 Zehntel  abzieht für die Winterpneus.

Bei den Garantien hat nichts geändert. Es gibt nach wie vor die minimalen 2 Jahre. Wer mehr will, muss massiv aufzahlen (möglich bis 5 Jahre und 200‘000 Km).

Fazit: Zum Grandland X können wir durchaus raten. Wir würden aber den Ultimate mit dem 177 PS-Diesel dem neuen 180 PS-Benziner vorziehen. Geschmackssache.

Heiny Volkart, VOLKARTpress


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