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Published on Juli 7th, 2017 | by Heiny Volkart

Flaggschiff im täglichen Einsatz

Flaggschiff im täglichen Einsatz

 Opel hat soeben den Insignia II lanciert und nennt die Neuauflage stolz Flaggschiff. Unter diesem Namen konnten wir bereits im April einen 2-tägigen Proberitt absolvieren. Wir berichteten unter http://zuendung.ch/fahrbericht/flaggschiff/

Nun hatten wir das Topmodell zwei Wochen im Test.

Wenn ein neues Modell der Presse vorgestellt wird, ob das nun in Spanien, Deutschland, der der Schweiz oder sonstwo in Europa sei, gibt das zwar erste Eindrücke, auch gute Eindrücke, vor allem kann man berichten, was neu ist daran, was alles eingebaut oder erhältlich ist. Wie sich das Auto dann in der Praxis verhält, was praktisch ist und was weniger, das erfährt man erst, wenn man dieses neue Auto mal für zwei Wochen im täglichen Einsatz hat. Noch einmal etwas Anderes ist es dann übrigens, so ein Auto zu kaufen. Dann kommt dann nämlich noch der Faktor Garage / Kundendienst dazu, der einen erheblichen Einfluss auf die Zufriedenheit des Fahrers / Eigentümers hat.

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Wir haben, nach den Probefahrten vom April, nun zwei Wochen lang einen topausgestatteten Insignia Grand Sport in der Topausstattung Excellence gefahren, mit der Topmotorisierung, dem 2-Liter Turbo mit 260 PS (191 kW). 8-Stufen-Automat und Allradantrieb sind serienmässig. Mit noch sehr viel mehr serienmässiger Ausstattung ist dieses Auto zu haben ab CHF 49’100. Trotz all dem schon inbegriffenem Zubehör lässt sich der Insignia mit diversen sinnvollen und anderen Paketen weiter aufrüsten. Unser Testwagen kam so, mit 13 weiteren Optionen, auf CHF 65’600. Da ist dann allerdings nicht alles unbedingt nötig. 20”-Felgen/Reifen (1’700) sind Geschmackssache, statt des Premium-Leders für 4’900 Franken gibt’s auch günstigere Varianten. Empfehlenswert ist sicher das IntelliLux LED Matrix-Licht (1’800), der adaptive Geschwindigkeitsregler (1’200), das Head-Up -Display (990) und diverse, auch günstigere Extras. Aber so 58’000 bis 60’000 Franken kommen auch dann zusammen.

Der neue Insignia ist aber bereits ab CHF 32’600 lieferbar (1.5 Turbo, 140 PS). Dieser neue 1500er Turbobenziner, den es auch mit 165 PS gibt (33’300), sei ein fantastisch guter Motor, vernahmen wir von Bernd Griebenow, einem Opel-Ingenieur aus Rüsselsheim.

Auch mit Dieselmotoren ist der Insignia II wieder lieferbar, auch wenn momentan viele Medien den Diesel glauben schlechtmachen zu müssen. Den 1600er mit 110 PS (300 Nm) gibt’s nur mit 6-Gang manuell, den 1600er mit 136 PS (320 Nm) mit manueller und mit automatischer 6-Stufen-Schaltung. Der Top-Diesel, ein 2-Liter, hat 170 PS (400 Nm). Ihn gibt’s mit manueller 6-Gang-Schaltung (ab 38’300) als 2WD und ab 40’800 mit Allradantrieb. Zum gleichen Preis kann man auch eine 8-Stufen-Automatik haben, aber leider nur mit Frontantrieb.

Für den Zeitpunkt der Lancierung ist das eigentlich schon eine ganz anständig grosse Auswahl (Die Qual der Wahl). Auf den Probefahrten vom April im Jura haben wir den 170 PS-Diesel als für die hügelige Schweiz geeignetes Auto bezeichnet. Im Flachland genügen natürlich die 136 PS / 320 Nm des 1600er Diesels bei weitem oder, wer Benziner vorzieht, einen der neuen 1500er. Für 40 bis 45’000 Franken erhält man da ein rassiges und vollständig ausgerüstetes Auto.

Weil 60 bis 70% der Insignia an Flottenbesitzer gehen, spielt auch der Kofferraum eine grosse Rolle. Der Laderaum ist für eine Limousine recht gross; 490 Liter sind es bis zu den Rücksitzen und mit abgelegten Rücksitzlehnen sogar 1’450 Liter. Der Kombi (Sports Tourer) ist da nur gerade 215 Liter grösser. Platz ist das eine, Zuladung das andere, fast so wichtige Kriterium. 465 Kg darf man in die Insignia-Limousine laden.

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Zwar erklären die Opel-Ingenieure immer wieder, gegenüber dem Vorgänger sei der neue Insignia 175 Kg leichter geworden, der Kombi sogar bis 200 Kg. Aber die gemäss Fahrzeugausweis 1’780 Kg Leergewicht unseres Testwagens sind natürlich schon an der oberen Grenze. Unser erster Testwagen wog gar 1’807 Kg. Diese Kilos in Schwung zu bringen kostet Treibstoff.

Während die offiziellen Angaben für die 1500er Benziner und die Diesel sehr günstige Werte zwischen 4.0 und 6.2 Liter nennen, soll unser Testwagen, der 260 PS-Bolide, 8.6 Liter Benzin verbrauchen. Wir haben mit ½ Autobahn Schweiz und ½ Innerorts- und Ãœberlandverkehr 10.11 Liter verbraucht, zuviel. Die 8.6 erreichten wir nur gerade bei viel Autobahn und viel Verkehr und daher kaum je 120 auf dem Tacho.

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Testtagebuch

- Die AGR-Sitze (Aktion Gesunder Rücken) sind bequem, auch auf längeren Strecken. Beim Fahrersitz funktioniert alles elektrisch, beim Beifahrersitz nach alter Väter Sitte alles von Hand.

 

- Die Heckklappe kann beim Kombi ja durch einen Fusstritt unter das Auto geöffnet und durch Knopfdruck elektrisch geschlossen werden. Bei der Limousine hat man diesen Komfort leider nicht, weder beim Öffnen noch beim Schliessen.

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- Die Aussenspiegel, die übrigens mit orangem Licht auch einen leicht seitlich hinten fahrenden Verkehr anzeigen, laufen nach aussen spitz zu. Das mag elegant aussehen, praktisch ist es nicht.

- Die 20-Zöller (245/35 ZR 20) sind erstaunlich komfortabel. Wird die Fahrwerkseinstellung «Sport» gewählt, versteift sich die Lenkung und der Federungskomfort wird härter und für den Beifahrer unkomfortabel, (auch mit den 18”-Rädern). Bei sportlicher Fahrweise kann sich die Fahrwerkseinstellung aber auch «automatisch» einstellen. Das nennt sich dann intelligenter Modus.

- Auch hinten gibt’s eine Sitzheizung. Lobenswert sind auch die 2 USB-Steckdosen hinten. Für die vorne Sitzenden gibt’s nur einen USB-Anschluss, in der Mittelkonsole versteckt.

- Während bei einem früheren Testwagen die Sitzlüftung überhaupt nicht funktioniert hat, was bei über 30° Aussentemperatur bedauert wurde, ging sie im aktuellen Testwagen zwar, aber mit mehrminütiger Anlaufzeit und nicht überzeugender Leistung.

- Die Farbzusammenstellung im Interieur (braunes Leder, braune Einlagen, schwarz oder dunkelanthrazit-farbene Umgebung) ist, sagen wir mal, Geschmackssache.

- Ein echter Mangel: Das Abblendlicht schaltet in Tunnels viel zu spät ein. (Zu IntelliLux separate Bemerkungen).

- Der Luftdruck an jedem einzelnen Reifen kann am Bordcomputer abgelesen werden. Das ist sehr gut, denn wir haben uns eine 3 cm lange Schraube in einen Reifen eingefahren und das System hat uns umgehend gewarnt über Ort (hinten rechts) und den verbleibenden Luftdruck.

- Das Head-Up-Display kann auf verschiedene Parameter eingestellt werden. Es überträgt auch die Navi-Daten auf die Scheibe, wenn’s ans Abbiegen geht. Es zeigt die aktuelle Höchstgeschwindigkeit, was am Tempomat eingestellt ist, ob aktiv oder ausgeschaltet und einiges mehr. Leider lässt sich die Kamera, die Verkehrstafeln erfasst, manchmal täuschen. So haben wir erlebt, dass das Auto die 70er Tafel an einer Autobahnraststätteneinfahrt erfasst hat und uns nachher immer Höchstgeschwindigkeit 70 angezeigt hat, bis dann die Höchstgeschwindigkeit von 120 auf 100 änderte. Aber es ist wie beim Navi: Man darf auch selber etwas denken!

- IntelliLux LED Matrix-Licht: Der Astra verfügt über 8 Sensoren pro Scheinwerfer, total also 16. Der Insignia verfügt über je 16 Sensoren, total also 32. So können vorausfahrende oder entgegenkommende Fahrzeuge noch viel besser «ausgeschnitten» werden. Wenn der Lichtschalter mal auf A wie Automatik gestellt ist, muss man sich nicht mehr drum kümmern, ob man auf- oder abblenden muss oder soll.

Bei unseren ersten Testfahrten vor drei Monaten waren wir richtiggehend begeistert von der Zuverlässigkeit. Gut, es war da halt auch richtig dunkel. Bei einer nächtlichen Testfahrt waren wir jetzt fast ein wenig enttäuscht. Einerseits vielleicht, weil es Anfang Juli halt nie richtig dunkel wird und man die Abgrenzung hell/dunkel gar nicht richtig bemerkt. Aber nichts damit zu tun hat, dass das IntelliLux relativ spät einschaltet, trotz Tempo 80 bis 85 teilweise gar nicht einschaltet (irritiert durch Fremdlicht?), auf der andern Seite aber auch wieder zwei Sekunden und mehr braucht, bis das Fernlicht erlischt. Angeblinkt hat uns deshalb niemand, aber gewundert hätte es uns auch nicht. Trotzdem sei das IntelliLux LED Matrix-Licht wärmstens zum Kauf empfohlen. 1’800 Franken sind dafür anzulegen.

- Opel OnStar ist sicher auch eine gute Sache, wir haben’s nicht ausprobiert. Ob man sich das Navi programmieren lässt oder ein Hotelzimmer bucht: Das erste Jahr ist OnStar gratis, danach kostet’s 119 Franken im Jahr.

- Dass der Insignia 4.90m lang geworden ist, wäre jetzt nicht unbedingt nötig gewesen, die Parkplätze sind ja nicht grösser geworden, aber der Radstand von 2.83m verspricht (und hält!) natürlich viel Fahrkomfort. Länge läuft.

- Der Bose-Sound der Audioanlage gefällt zwar, doch dürften auch die 260 Pferde, wenn sie losgelassen, etwas weniger diskret sein. Unnötigen Motorenlärm vermeiden in allen Ehren, aber der Strassenlärm kommt ja eh zum überwiegenden Teil von den Reifen, nicht von den Motoren. Also dürfte der Motorsound schon etwas kerniger sein.

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- Sorry, aber sonst haben wir nichts auszusetzen. Der Insignia II kann durchaus die 930’000 Exemplare des Insignia I erreichen oder schlagen.

- Doch, etwas gibt’s noch zu erwähnen. Nachts leuchten die Zierstäbe im Innern und verbreiten fast festliches Ambiance-Light. Die Einen bemerken es kaum, andern gefällt’s. (Ich geb’s ja zu, mir auch)

- Aktuell gibt es ein günstiges Leasing-Angebot (Easy Leasing) und bei Kauf wird eine Prämie von CHF 4’500 Franken gewährt. Der Zeitpunkt zum Umsteigen auf Insignia wäre also jetzt günstig.

Heiny Volkart, VOLKARTpress, 7.7.17

 


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